Dragons reisen in die Blaue Hölle

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Samstag, 19:00 Uhr, OeTTINGER Rockets Gotha vs. Dragons Rhöndorf

Wenn am Samstag der Tip-Off zur Partie zwischen den OeTTINGER Rockets Gotha und den Dragons Rhöndorf erfolgt, kommt es zum Coaching-Duell zweier Center-Legenden an der Seitenlinie und zu einem Bruder-Duell. Interessante Vorzeichen also vor einem Duell mit klarer Rollenverteilung. 

Er war schon zu seiner Zeit als aktiver Spieler eine Legende und war ligaweit für seine spitzen Ellenbogen und seine intensive Spielweise bekannt und gefürchtet. Obwohl Chris Ensminger im Sommer 2013 das Trikot gegen den Anzug tauschte und ins Trainer-Metier wechselte blieb ihm der Erfolg jedoch treu. Zum Start seiner Trainerkarriere heuerte der ehemalige Center des Rhöndorfer Kooperationspartners Telekom Baskets Bonn in Gotha an und führte seine Mannschaft in der vergangenen Saison erstmals in die Play-Offs der ProA. Auch in dieser Saison schicken sich die Raketen aus Thüringen an, erneut in die Postseason der ProA einzuziehen und das Erreichte der vergangenen Saison sogar noch zu toppen. Mit bislang 17 Siegen und 7 Niederlagen stehen die Rockets auf Rang 4 der Tabelle und haben gute Chancen sich den Heimvorteil für die erste Runde der Play-Offs zu sichern. Dies wäre den Verantwortlichen rund um Headcoach Chris Ensminger, Co-Trainer Steven Esterkamp und Geschäftsführer Björn Snater sicherlich mehr als recht, wissen sie doch um den immensen Heimvorteil, den die Rockets in der selbst ernannten „Blauen Hölle“ haben. Die 2012 erbaute Spielstätte in Leichtbauweise hat sich schnell zur schwer einnehmbaren Festung der Rockets entwickelt und gilt als eine der lautesten Hallen der gesamten ProA. Nahezu jedes Heimspiel der Rockets ist ausverkauft und unterstreicht damit die hohe Identifikation der Stadt und der Region mit dem sportlichen Aushängeschild.

Für den Funken, der vom Feld auf die Tribünen überspringt sorgt in dieser Saison in schöner Regelmäßigkeit die klug zusammengesetzte Mannschaft der OeTTINGER Rockets. Allen voran Shooting Guard Carlton Guyton, der nach seiner ersten Deutschland-Station in Ehingen nun seit 2014 das blaue Trikot der Rockets trägt und mit 14,3 Punkten pro Partie bester Punktesammler seiner Mannschaft ist. Zusätzlich legt der 1,92 Meter große US-Boy noch 3,9 Assists auf und trifft knapp 40% seiner Versuche von jenseits der 6,75 Meter-Linie. Unter den Körben sorgt Kraftpaket Joseph Lalogo_oettinger-rockets-gotha_verkleinertwson für Ruhe und Ordnung und verspricht mit seinen 113 kg Lebendgewicht viel Arbeit für Smith, Lodders, Wendeler & Co. Bereits bei der 67:79-Niederlage im Hinspiel ließ der 2,00 Meter große Center seine Klasse aufblitzen und verbuchte gegen die Dragons mit 20 Punkten und 10 Rebounds ein lupenreines „Double-Double“. An seiner Seite agiert mit Delvon Johnson ein weiteres Kraftpaket aus dem Mutterland des Basketballs. Mit 9,6 Punkten und 6,7 Rebounds pro Spiel weiß auch Johnson bislang zu überzeugen und bildet mit Lawson vermutlich eines der stärksten US-amerikanischen Center-Duos der Liga. Das Quartett der US-Boys vervollständigt Point Guard Jordan Riewer, der bei den Rockets seine erste Profi-Saison absolviert. Mit 8,2 Punkten und lediglich 1,9 Assists kommt er für einen Aufbauspieler zwar statistisch unscheinbar daher, trifft aber starke 45% seiner 3er und verwandelt 92% seiner Freiwürfe.

Auf den deutschen Positionen ist es vor allem der Name Marco Völler, der aufhorchen lässt. Der Sohn von Fußball-Legende Rudi „Tante Käthe“ Völler schnürt seit 2014 seine Sneaker in der Blauen Hölle, nachdem er zuvor für die White Wings Hanau und den TV Langen auf Korbjagd gegangen war. Mit durchschnittlich 9,8 Punkten pro Spiel zeigt der 1,99 Meter große Power Forward, dass er auch auf dem Niveau der ProA zuverlässig seine Leistung bringen kann und garniert seine Punktausbeute mit 4,1 Rebounds pro Partie. Seit Februar kann Coach Ensminger zudem wieder auf Flügelspieler Maximilian DiLeo zurückgreifen, der zuvor mehrere Wochen verletzt aussetzen musste. Der Sohn des NBA-Funktionärs Tony DiLeo gilt als großes Talent und unternimmt wie sein Bruder T.J DiLeo zuvor in Giessen, seine ersten Profi-Schritte auf den Parkett-Böden der ProA. Mit 6,7 Punkten kann DiLeo zwar eine akzeptable Ausbeute bei den Punkten vorweisen, jedoch kämpft der 22-Jährige noch mit seinen Wurfquoten aus dem Feld. Zu einem Bruder-Duell kommt es unter den Körben, wenn Robin Lodders auf seinen Bruder Jannik Lodders trifft, der vor der Saison von den Kirchheim Knights nach Thüringen wechselte. Der zwei Jahre ältere Bruder von Robin Lodders konnte sich auch in Gotha seinen Platz in der Rotation erkämpfen und legt durchschnittlich 3,5 Punkte und 2,8 Rebounds pro Spiel auf. Wichtige Rollen nehmen zudem noch Gerard Gomila, der mit neben der spanischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und 7,4 Punkte pro Spiel erzielt und Aufbauspieler Christopher Razis ein, der ebenfalls international erfahren ist und 5,8 Punkte und 4,1 Assists auflegt.

Die OeTTINGER Rockets gehen mit einer Serie von 3 Siegen in Folge in die Partie gegen die Dragons und konnten unter anderem rent4office Nürnberg in der Blauen Hölle deutlich mit 81:48 schlagen. Die Drachen sind also gewarnt und wissen um die Schwere der Aufgabe in Thüringen. „Bei den Rockets wird sowohl auf dem Feld, als auch abseits davon ein sehr guter Job gemacht. Wir müssen versuchen die Kreise von Guyton einzugrenzen, dürfen aber dabei auch seine Mitspieler nicht aus den Augen lassen. Zudem müssen wir uns auf eine lautstarke und enthusiastische Kulisse einstellen, aber das werden meine Jungs schaffen und entsprechend konzentriert und fokussiert zu Werke gehen. Ich freue mich auf das Coaching-Duell mit Chris, den ich noch aus meiner Zeit als aktiver Spieler kenne und schätze.“, blickt Dragons Headcoach Christian Mehrens auf die Partie voraus.

Tip-Off zur Partie zwischen den OeTTINGER Rockets Gotha und den Dragons Rhöndorf ist am Samstag  um 19:00 Uhr in der Sporthalle Blaue Hölle in Gotha. Ein Liveticker wird auf der Homepage der 2. Basketball-Bundesliga angeboten.