Kämpferische Dragons werden nicht belohnt.

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_6DeT6jYDragons Rhöndorf – Niners Chemnitz 70:78 (10:19, 23:20, 14:17, 23:22).

Trotz bewiesener Moral unterlagen die Dragons Rhöndorf den Niners Chemnitz am Samstagabend mit 70:78 (10:19, 23:20, 14:17, 23:22). Dabei kämpfte sich das Tabellenschlusslicht der zweiten Basketball-Bundesliga ProA nach einer schwachen Anfangsphase vor 850 Zuschauern im „DragonDome“ zurück ins Spiel, jedoch wieder einmal ohne die Lorbeeren davon zu tragen.

„Aller Anfang ist schwer“ beschreibt die Situation zu Spielbeginn wohl am Besten. Die Gastgeber gingen dank zwei guten Aktionen von Center Florian Wendeler schnell mit 4:2 in Führung. Beide Mal fanden die Mannen von Headcoach Christian Mehrens ihre Nummer 19 frei unterm Korb. Anschließend übernahmen jedoch die Chemnitzer Gäste: Dank vieler Aktion unter dem Korb und mehreren Offensiv-Rebounds kamen die Niners in Fahrt und Nathan Buss versenkte völlig frei von der Dreierlinie zum 14:4 (6. Minute). Gregory Logins konnte nach einem weiteren Angriffsrebound den 12:0-Lauf der Gäste perfekt machen.

Zu Beginn der ProA-Saison hätte sich das Team wohl nicht von einem solchen Schlag erholt, doch jetzt fanden die Hausherren eine passende Antwort und kämpften sich über schöne Aktionen und deutlich gesteigerte Defensive zurück ins Spiel. Kapitän Viktor Frankl-Maus fand in der achten Minute den zum Korb schneidenden Sascha Tratnjek für einen freien Korbleger zum 10:17. Dank einem starken Spin-Move samt anschließenden Punkten von Justin Smith waren die Gastgeber in der 15. Minute endgültig wieder in Schlagdistanz (21:23).
Bei mehreren Führungswechseln in der Folge roch es nach einem ausgeglichenen Halbzeitstand, doch die Gäste rannten in der Schlussminute des zweiten Abschnitts noch einmal schnell davon. Logins Dreier mit der Schlusssekunde brachte die Niners mit 39:33 in Front.

Der US-Boy im Gäste-Trikot hatte bereits zur Halbzeit 10 Punkte und 9 Rebounds auf seinem direkten Kurs zum „Double-Double“. Nimmt man die 13 Punkte vom Martin Seiferth dazu, ist die Schwachstelle in der Drachen-Verteidigung in der 1. Halbzeot schnell gefunden: Florian Wendeler, Robin Lodders und Justin Smith schafften es nicht die beiden „Big Men“ der Gäste im Zaum zu halten. Bei den Drachen fiel nur einer bei den Zahlen der ersten Halbzeit auf: Sterling Carter hatte bereits zur großen Pause 10 Punkte und 5 eingesammelte Abpraller auf dem Konto.

Nachdem das Spiel im „DragonDome“ im zweiten Viertel noch schön anzusehen war wurde die Partie im dritten Abschnitt zunehmend zäh. Mehrfach hatten erst die Dragons die Fingerspitzen am Ball wenn Chemnitz passte, verdaddelten aber gleich im Anschluss wieder den Ball, an die weiterhin in Führung liegenden Gäste. Robin Lodders konnte zwischenzeitlich mit einem And1-Korbleger glänzen und fand anschließend Sterling Carter auf dem Weg zum Korb mit einem schönen Anspiel zum 40:43 (25. Minute), doch am Ende des Abschnitts lagen Kapitän Frankl-Maus und Co erneut 47:56 zurück.

Mit dem in der 29. Minuten eingewechselten Alexander Angerer waren alle verfügbaren Spieler an diesem Abend auf dem Parkett. Der Youngster setzte nach Beginn des Schlussviertels dann auch gleich ein Ausrufezeichen mit zwei Offensiv-Rebounds die zu Punkten von Tim Schönborn (49:56) führten. Wenig später schien das Spiel in der 34. Minute bereits gelaufen, nachdem ein unsportliches Foul von Jordan Hamilton zu zwei Freiwürfen und Ballbesitz führte. Chemnitz nutzte die Gelegenheit um auf 66:49 (34.) davon zu ziehen, doch der Drops war noch nicht gelutscht.

Vier Dreier innerhalb von zwei Minuten brachten die Dragons erneut in Schlagdistanz. Drei Mal Sterling Carter und einmal Thomas Michel zum 65:68, bei noch drei Minuten auf der Uhr. Die Halle stand Kopf. Doch als der Gregory Logins 50 Sekunde vor dem Ende seine Punkte 20 und 21 von der Freiwurflinie erzielte, war das Spiel beim 76:67 entschieden.

Christian Mehrens (Trainer Dragons Rhöndorf):
„Man hat heute klar gesehen dass Chemnitz starke Einzelspieler hat und davon lebt. Da haben wir zu Beginn nicht gegen gehalten. Aber die zweite Fünf hat heute einen starken Job gemacht und uns zurück ins Spiel gebracht. Die Offensiv-Rebounds aus der ersten Halbzeit haben uns sehr weh getan.“

Rodrigo Pastore (Trainer Niners Chemnitz):
„Wir wussten dass es hier ein schweres Spiel geben wird, besonders nach der Rhöndorfer Leistung im letzten Spiel gegen Paderborn. Deswegen haben wir auch kein wirklich gutes Spiel abgeliefert, aber wir haben unseren Job gemacht und am Ende gewonnen.“

Dragons Rhöndorf: Smith (18), Carter (13/3), Hamilton (2), Schönborn (7/1), Wendeler (4), Lodders (5), Frankl-Maus (5/1), Michel (9/3), Tratnjek (2), Winterhalter (3), Milovic (2), Angerer.

Niners Chemnitz: Buss (13/1), Matthews (9, 10 Rebs, 13 Assists), Logins (21/2, 17 Rebs), Mixich (10/2), Seiferth (15), Wiggins (3), Bellscheidt (3/1), Cardenas Ruda (4), Wilson.