Kellerduell in Ostwestfalen

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Samstag, 19:30 Uhr, finke baskets vs. Dragons Rhöndorf

Während allerorts im Rheinland die fünfte Jahreszeit auf ihren Höhepunkt zusteuert, steht für die Dragons Rhöndorf bei ihrem Gastspiel in Ostwestfalen der Liga-Alltag auf dem Programm. Nach der deutlichen Heim-Schlappe gegen RASTA Vechta geht es für Christian Mehrens und seine Mannen am Samstag zu den kriselnden finke baskets nach Paderborn. 

Wer wird seine Serie brechen können? Dies ist die Frage, auf welche die Zuschauer am Samstag Abend im Paderborner Sportzentrum am Maspernplatz mit Sicherheit eine Antwort bekommen werden. Die Dragons reisen mit 4 teils deftigen Niederlagen im Gepäck an, während die Gastgeber seit mittlerweile 11 Spielen sieglos sind und dadurch auf Rang 14 der Tabelle abgerutscht sind. Nach einem guten Start in die Saison ist bei den finke baskets somit wieder Abstiegskampf angesagt und der ehemalige Erstligist muss erneut den Blick nach unten richten, um nicht in die Gefahr eines Abstiegs in die ProB zu geraten. Dabei zählte der Club aus Paderborn vor allem unter der Führung von Headcoach Doug Spradley zwischen 2001 und 2009 zu den aufstrebenden Standorten des deutschen Basketballs. Die Entwicklung gipfelte schließlich 2006 im Aufstieg in die Beko Basketball-Bundesliga, wo die Paderborner Korbjäger 2009 sogar die Playoffs erreichten und dort gegen Liga-Schwergewicht Alba Berlin lange Paroli boten, aber letztlich mit 2:3-Siegen ausschieden. Doch schon damals machten erste Nachrichten über finanzielle Probleme die Runde und auch Erfolgstrainer Douglas Spradley verließ den Verein und wechselte zu den Eisbären Bremerhaven. Unter Olaf Stolz, dem ehemaligen Headcoach der Dragons Rhöndorf, wollte sich der Erfolg der vergangenen Jahre nicht wieder einstellen und Stolz musste bereits während der Saison aufgrund von ausbleibendem sportlichen Erfolg seinen Hut nehmen. Die finke baskets kehrten als Absteiger in die ProA zurück und sind seitdem auf dem Weg der finanziellen Konsolidierung und verfolgen dabei primär das sportliche Ziel Klassenerhalt.

Logo_finke_baskets_outline_volltonDas sportliche Sagen an der Seitenlinie hat seit 2014 Uli Naechster, der zuvor bereits als Co-Trainer der finke baskets tätig war und entsprechenden „Stall-Geruch“ mitbringt. Als Spielgestalter setzt Naechster auf den lediglich 1,76 Meter großen Chase Adams, welcher zuvor bereits in Dortmund, Bochum und Jena Deutschland-Erfahrung sammeln konnte. Mit 12,9 Punkten ist Topscorer einer ausgeglichenen Paderborner Mannschaft und verteilt zudem 4,5 Assists pro Spiel. An seiner Seite läuft mit Matt Vest ein weiterer US-Boy auf, der nach einem Jahr bei den Oettinger Rockets Gotha nun in Paderborn seine Zelte aufgeschlagen hat und allabendlich 10,7 Punkte und 3,4 Assists auflegt. Noch neu im Kader ist mit Steven Bennett ein weiterer US-Amerikaner. Der Shooting Guard schnupperte mit den Giessen 46ers bereits ProA-Luft und ist nun nach einem Gastspiel in Tschechien zurück in Deutschland ist. Mit durchschnittlich 10,3 Punkten zeigt Bennett auch direkt, dass er auch in Paderborn zu den Führungsspielern gehören will. Unter den Körben agiert mit Morgan Grim der Dauerbrenner der finke baskets. Seit 2013 steht der 2,03 Meter große Center aus Salt Lake City an der Pader unter Vertrag und ist auch in diesem Jahr mit 9,1 Punkten und 4,5 Rebounds pro Spiel ein Fixpunkt im Spiel der baskets. Mit dem Kanadier Nick Tufegdzich hat Grim zudem einen nahezu gleich großen Partner im Frontcourt, der 7,6 Punkte und 5,4 Rebounds beisteuert.

Nicht zu übersehen ist Center Nick Schneiders, der mit seinen 2,21 Meter zurecht als Turm in der Schlacht bezeichnet werden darf. Nachdem kein weiteres BBL-Engagement für Schneiders zustande kam, hielt sich der ehemalige Spieler der Eisbären Bremerhaven und Basketball Löwen Braunschweig in Paderborn fit und einigte sich schließlich mit den Verantwortlichen auf einen Vertrag bis Saisonende. In seinen knapp 19 Minuten pro Spiel legt Schneiders seitdem 6,5 Punkte, 4,2 Rebounds und 1,2 Blocks pro Partie auf. Schwächen offenbart Schneiders jedoch immer wieder von der Freiwurflinie, wo der 31-Jährige nur 50 % seiner Würfe trifft. Bester deutscher Punktesammler im Paderborner Kader ist Flügelspieler Luis Figge mit 9,2 Punkten pro Spiel. Das gerade einmal 18 Jahre alte Eigengewächs der Paderborner überrascht bereits mit der gewissen Portion Kaltschnäuzigkeit auf dem Feld und konnte im Hinspiel 13 Punkte zum Paderborner Sieg im DragonDome beisteuern. Ebenfalls in bleibender Erinnerung geblieben ist Small Forward Philipp Daubner, der mit 14 Punkten ebenfalls zu den Aktivposten des Hinspiels gehörte und es über die Saison gesehen auf durchschnittlich 6,9 Punkte pro Spiel bringt. Verzichten muss Coach Naechster hingegen auf die Dienste von Center Ivan Buntic, der mit einem Muskelfaserriss noch einige Wochen ausfallen wird.

Die gastgebenden finke baskets warten nun bereits seit 11 Spielen auf ein Erfolgserlebnis und konnten letztmalig am 8. November 2015 gegen die Baunach Young Pikes das Parkett als Sieger verlassen. Am vergangenen Wochenende mussten sich Adams, Bennett & Co trotz guter Leistung bei ihrem Gastspiel an der Elbe den Hamburg Towers mit 68:78 geschlagen geben. Eine Baustelle von Headcoach Uli Naechster ist bereits die gesamte Saison über die 3er-Quote seines Teams, denn mit lediglich 27,9 % Trefferquote trifft kein anderes ProA-Team schlechter von außen als die finke baskets. Bei den Dragons sieht Headcoach Christian Mehrens seine Mannen auf dem richtigen Weg und hofft auf weitere sichtbare Fortschritte auf dem Feld: „Ich habe bereits in Baunach und gegen Vechta gewisse Fortschritte gesehen, die sich im Training angedeutet haben und auf die wir hinarbeiten. Die Jungs ziehen im Training sehr gut mit und wir wollen gegen Paderborn wieder den nächsten Schritt machen. Unser Ziel muss es sein, als Mannschaft konstant 40 Minuten unsere Leistung zu bringen und dabei an beiden Enden des Felds mit Herz und Leidenschaft zu agieren. Die finke baskets haben eine gute und teilweise sehr junge Truppe, die hervorragend ausgebildet ist. Adams und Bennett sind in meinen Augen die Schlüsselspieler der Paderborner, deren Kreise wir eingrenzen müssen. Die Serie der finke baskets ist für mich nebensächlich. Wir müssen auf unser Spiel schauen und unseren Gameplan umsetzen und fahren zwar mit Respekt, aber ohne jegliche Angst nach Paderborn.“

Tip-Off zur Partie zwischen den finke baskets und den Dragons Rhöndorf ist am kommenden Samstag um 19:30 Uhr im Sportzentrum am Maspernplatz in Paderborn. Ein Liveticker zur Partie wird auf der Homepage der 2. Basketball-Bundesliga angeboten.