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Drachen bestehen den Härtetest

White Wings Hanau vs. Dragons Rhöndorf 87:91 n. V. (20:22, 26:13, 19:22, 14:22, 8:12)

Was für ein Vorgeschmack auf die anstehenden Playoffs in der ProB! Hohe Intensität auf beiden Seiten und eine an Dramatik kaum zu überbietende Schlussphase prägten am letzten Hauptrunden-Spieltag das Gastspiel der Dragons Rhöndorf bei den White Wings Hanau. Am Ende gewannen die Drachen mit 91:87 (35:46, 79:79) nach Verlängerung, verbesserten sich in der Tabelle noch auf den fünften Platz und feierten eine gelungene Generalprobe für die kommende Woche beginnende Aufstiegsrunde. Dort trifft das Team von Headcoach Eric Detlev dann auf den Vierten der Nordgruppe, die Spot Up Medien Baskets Braunschweig.

Der Rhöndorfer Cheftrainer war nach dem nervenaufreibenden Erfolg bei den zuletzt formstarken Hessen (acht Siege aus den vergangenen zehn Spielen) vor allem von der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft angetan. „Die Jungs haben heute alles aus ihrem Körper herausgeholt, auch mit Verletzungen weiter auf die Zähne gebissen. Sie haben immer an sich geglaubt und sich trotz des hohen Rückstands im dritten Viertel nicht aufgegeben. Diesen absoluten Siegeswillen, diese Entschlossenheit, dieses Herz müssen wir auch in den Playoffs an den Tag legen“, sprach Detlev im Anschluss vom „besten Spiel der Saison“. „Sicherlich haben wir beispielsweise gegen Nördlingen schöneren Basketball gespielt. Aber da waren wir in einem guten Rhythmus, vieles läuft dann von alleine. Ein Sieg wie heute, nach solch einer kämpferischen Performance, fühlt sich noch besser an“, erklärte Detlev. Es war wirklich beeindruckend, wie sich sein Team auch von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen ließ. Nachdem Marian Schick die Gastgeber in der 26. Minute mit 61:44 in Führung gebracht hatte, sprach eigentlich nicht mehr viel für ein „Happy End“. Doch mit einer „absolut geschlossenen Mannschaftsleistung“ - wie Teammanager Sebastian Schmidt später hervorheben sollte - fighteten sich die Drachen zurück, erzwangen die kaum noch für möglich gehaltene Verlängerung und behielten dort die Oberhand. Mit je 21 Punkten waren Stuart Turnbull und Florian Koch beste Rhöndorfer Werfer. Tim Kasper erzielte mit 17 Zählern und zehn Rebounds bereits sein drittes „Double Double“ der Saison. Nick Larsen scheiterte daran mit 13 Punkten und neun Assists nur knapp.

Die Dragons begannen mit Edmunds Tukiss für den angeschlagenen Earnest Jones in der Startformation. Der lettische Flügelspieler zeigte auch gleich sein lockeres Wurfhändchen und netzte den ersten Dreier der Partie zum 2:3 ein. Hanau suchte zunächst den Weg unter die Bretter und setzte dort vorzugsweise Chris Miles in Szene. Der US-Center markierte schnelle sechs Punkte, was in einen 12:5-Vorsprung für die Gastgeber mündete (6´). Rhöndorf ließ sich von dem frühen Rückstand aber nicht beeindrucken und verteidigte in der Folge aggressiver die eigene Zone. Vorne konnten sie sich einmal mehr auf Stuart Turnbull verlassen. Mit neun Zählern im ersten Viertel hatte dieser großen Anteil daran, dass die Detlev-Truppe zurückschlug und nach einem Dreier des Kanadiers kurz vor Ende sogar mit 17:22 in Führung lag (10´).

Der „Buzzer-Beater“ von Anish Sharda mit der Schluss-Sirene schien bei Hanau neue Kräfte freigesetzt zu haben, jedenfalls kamen die White Wings zielstrebiger aus der ersten Pause. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass der in der Folge überragend agierende Jared Thomas Cunningham das Parkett betreten hatte. Der überaus effektive US-Boy legte eine Show der Extraklasse hin. Während sich die Drachen in der Offensive eine schöpferische Auszeit nahmen, war Cunningham überhaupt nicht zu stoppen. Egal ob von der Freiwurflinie oder von „Downtown“ - der Power Forward traf in dieser Phase aus allen Lagen und erzielte 15 Zähler im zweiten Spielabschnitt. Sein Dreier in der 15. Minute ließ den Vorsprung der Hausherren erstmals in zweistellige Höhen schießen (39:27). Zumindest gelang es den Dragons, den Schaden bis zur Halbzeit in Grenzen zu halten (46:35).

Sprach im Anschluss vom "besten Spiel der Saison": Drachen-Coach Eric Detlev
„Zwölf Minuten lang haben wir richtig gut gespielt. Dann kam Cunningham und hat uns ganz schön durcheinander gewirbelt. Der hat aber auch wahnsinnige Würfe getroffen. Das wird er schwer halten können. Wenn wir weiter aggressiv verteidigen, haben wir noch alle Chancen“, klang Sebastian Schmidt am Mikrofon von „RadioRhöndorf“ trotz des Rückstandes weiter zuversichtlich. Doch zunächst sollte sich an der Überlegenheit der White Wings wenig ändern. US-Point Guard Sharda drehte auf und baute die Führung per Dreier weiter aus (54:41/24´). Als Marian Schick kurz darauf auch noch einen Schnellangriff abschloss, deutete vieles auf eine Vorentscheidung hin (61:44/26´). Doch mit einem erfolgreichen Distanzwurf im direkten Gegenzug läutete Kapitän Nick Larsen die Rhöndorfer Aufholjagd ein. Zwei weitere Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie folgten, erneut Larsen (63:52/27´) und Turnbull (63:57/29´) hatten abgedrückt. Schon vor dem entscheidenden Viertel waren die Drachen wieder in Schlagdistanz.

Nun wurde es dramatisch. Florian Koch, der sich im dritten Abschnitt eine Verletzung zugezogen hatte und das Spielfeld zunächst verlassen musste, kehrte auf imposante Art und Weise zurück. Die ersten fünf Dragons-Punkte gingen auf das Konto des Flügelspielers, der bärenstarke Tim Kasper legte nach. Als Nick Larsen auch noch seinen dritten Dreier des Abends einklinkte, war alles wieder offen (68:67/33´). Doch so schnell der Rückstand auch wettgemacht war, so schwierig sollte sich der entscheidende Schlag gestalten. Immer wenn Rhöndorf kurz vor dem Führungswechsel stand, verschaffte sich Hanau wieder etwas mehr Luft. So ging es hin und her. Nachdem jedoch Chris Miles dreieinhalb Minuten vor Schluss auf 79:71 erhöht hatte, schwanden die Chancen der Drachen rapide. Mit letztem Einsatz und leidenschaftlicher Verteidigung stemmten sie sich noch einmal dagegen. Die Youngster Koch und Kasper glänzten an beiden Enden des Parketts und verkürzten auf 79:75 (38´). 30 Sekunden vor dem Ende explodierte der wie immer lautstarke Rhöndorfer Fanblock, als Stuart Turnbull per Dreier zum 79:78 traf. Mit 17 Sekunden auf der Uhr klaute „Mr.Steal“ dann auch noch seinem Gegenspieler David Michaelczyk den Ball, was nach dem anschließenden Foul zwei Freiwürfe für den Kanadier zur Folge hatte. Turnbull verwandelte zumindest einen zum 79:79-Ausgleich: Verlängerung!

Dort hat häufig die Mannschaft einen psychologischen Vorteil, die zuvor einen Rückstand egalisieren konnte. Der stark spielende Tim Eisenberger wollte mit seinem Korb zum 79:81 prompt die Bestätigung liefern. Doch die Führung wechselte abermals auf die Seite der Gastgeber (84:83/43´). Dann aber der Auftritt von Florian Koch: Der Small Forward schnappte sich einen Defensiv-Rebound, marschierte dicht bedrängt von seinem Verteidiger von „Küste zu Küste“ und schloss trotz Foulspiels erfolgreich ab. Der Bonuswurf saß ebenfalls, Nick Larsen legte wenig später mit zwei weiteren Freiwürfen nach (84:88/44´). Die White Wings probierten ihr Glück jetzt verständlicherweise aus der Distanz und tatsächlich gelang David Michalczyk in der letzten Minute der erneute Anschluss (87:88). 22 Sekunden vor Ende der „Overtime" verwandelte Koch dann zwei ganz wichtige Freiwürfe und zwang somit Hanau zu einem letzten Dreierversuch. Jared Thomas Cunningham, der in der zweiten Halbzeit deutlich nachgelassen hatte, übernahm die Verantwortung und scheiterte. Stuart Turnbull machte an der Linie alles klar.

Eric Detlev: „Wir haben den Härtetest bestanden. Der Sieg, gerade die Art und Weise, sollte uns für die anstehenden Playoffs noch einmal ordentlich Selbstvertrauen gegeben haben. Ganz genau weiß ich zwar immer noch nicht, wo wir eigentlich stehen. Ich weiß aber, dass die ProB ungemein ausgeglichen besetzt ist. Lassen wir die nötige Intensität vermissen, können wir gegen jede Mannschaft verlieren. Andersherum sind wir aber auch in der Lage, vielen Teams richtig weh zu tun. Mit einer kämpferischen Leistung wie heute müssen wir uns vor dem kommenden Gegner nicht verstecken.“

In der ersten Playoff-Runde treffen die Dragons auf die Spot Up Medien Baskets Braunschweig, die sich durch einen ungefährdeten 84:70-Heimerfolg gegen Berlin den vierten Platz im Norden sicherten. Das erste Spiel der „Best-of-Three“-Serie findet am kommenden Sonntag, dem 04.03.2012, um 17:00 Uhr in Braunschweig statt. Der Fanclub setzt einen Bus ein, Interessierte können sich bis Montagabend bei Rolf Becker (0177-6138827) melden.

White Wings Hanau: Miles (10), Ickert (7/1 Dreier), Lang (5/1), Michalczyk (9/1), Köhnert (13/3), Schick (6/1), Quarshie (-), Cunningham (21/2), Hirschberg (-), Sharda (16/4)

Dragons Rhöndorf: Tolaj (DNP), Rekšna (DNP), Larsen (13/3), Eisenberger (6), Turnbull (21/3), Tukiss (5/1), Kasper (17), Koch (21), Leschek (-), Jones (8),

Hanau/Rhöndorf: Feldquote (43%/46%), 3er (13[31]/7[15]), Freiwürfe(14[17]/18[27]), Rebounds (36/35), Turnover (14/10), Assists (19/18), Steals (7/10), Blocks (5/7), Fouls (28/15)
 

Philipp Döring
http://www.dragons.de
erstellt am 26.02.2012

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