| Infos vom Infoabend der Dragons
Keine Frage, der Informationsabend des RTV am Dienstagabend war ein voller Erfolg und erzeugte Aufbruchstimmung. Rund 100 Interessierte waren der Einladung ins Physikzentrum Bad Honnef gefolgt und brannten darauf zu erfahren, wie es nach dem angekündigten Ausstieg von Franz-Ludwig Solzbacher als Hauptsponsor weitergeht. Die Kernaussage gab es gleich zu Beginn: Auch in der nächsten Saison wird es Bundesligabasketball in Rhöndorf geben.
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Gastgeber Dr. Bernhard Nunner, dem an dieser Stelle großer Dank gebührt, stellte bei seiner Begrüßungsrede die Gemeinsamkeiten zwischen Spitzensport und Spitzenforschung hervor. Der 1. Vorsitzende des RTV, Christian Mäßen, der Manager des Bundesligateams, Michael Wichterich, und Pressesprecher Klaus Beydemüller präsentierten in den gut 90 Minuten ihre konzeptionellen Ideen für die Sicherstellung des Spielbetriebs in der kommenden Saison.
Da das Sponsoring von Franz-Ludwig Solzbacher bisher etwa 70 Prozent des Gesamtetats ausmachte und ein neuer alleiniger Hauptsponsor aktuell nicht in Sicht ist, werden viele Menschen benötigt, die anpacken wollen - in welcher Form auch immer. Manager Wichterich sorgte derweil für interessante Einblicke hinter die Kulissen. Beispielsweise widerlegte er die Mär vom hochbezahlten Basketballer an unserem Standort: „Bis auf die Amerikaner gibt es in unserer Mannschaft keine Profis. Daher können auch garantierte Arbeits- bzw. Ausbildungsplätze wichtige Argumente sein, sich für unser Team zu entscheiden. Hilfe ist nicht gleichbedeutend mit Geld. Nur mit einem ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl sind die großen Herausforderungen zu meistern.“
Und diese sind vielschichtig. Durch den geplanten Verkauf der Sporthalle in Rheinbreitbach verliert der RTV eine wichtige Trainings- und Spielstätte vieler Mannschaften. Rund 40 Stunden fehlende Hallenzeiten pro Woche stellen eine große logistische Aufgabe für den drittgrößten Basketballverein Deutschlands dar. Doch Christian Mäßen konnte hier bereits mögliche Lösungen präsentieren: „Wir wollen zukünftig die Trainingszeiten auf mehrere Hallen verteilen. Dabei bieten sich sowohl private (Mühlenweg, Hagerhof) als auch die städtischen Hallen an.“, wohlwissend, dass hier in den nächsten Wochen noch der Dialog mit der Stadt ansteht.
Der Vorsitzende stellte in diesem Zusammenhang auch die enorme Bedeutung der Basis heraus: „Nur in einer perfekten Symbiose aus Leistungssport und Breitensport ist Bundesligabasketball in Bad Honnef möglich. Ohne den Unterbau ist das Konzept mit vielen jungen Deutschen nicht zu realisieren. Alle unsere Jugendmannschaften spielen in der höchsten Spielklasse, sie sind unsere Zukunft.“ Die Jugendabteilung ist übrigens nicht vom Ausstieg betroffen, die Ludwig-Solzbacher-Stiftung unterstützt diese auch weiterhin.
Mit der Dragons Rhöndorf Marketing GmbH wurde eine neue Gesellschaft gegründet, um Spitze und Basis noch besser miteinander zu verzahnen. Der Verein, mit Christian Mäßen an der Spitze, ist alleiniger Gesellschafter, Geschäftsführer ist Michael Wichterich. Das Stammkapital soll zudem durch eine Kapitalerhöhung aufgestockt werden und so auch inhaltlich um dem RTV nahestehenden Personen bereichert werden. Unter anderem haben auch ehemalige Bundesliga-Akteure Interesse signalisiert, Anteile erwerben zu wollen. Eine tolle Sache, zeigt dies doch, dass der RTV für manch einen Spieler das Sprungbrett in die Bundesliga war und diese jetzt etwas zurückzahlen wollen.
Gespannt lauschte das Auditorium dann den Ausführungen zur Finanzierung der Saison 2010/11. Die Basis bilden dabei das Ticketing, das Catering und Werbeflächen in der Hallenzeitung TipIn sowie im Internet. Hiermit soll und kann der Spielbetrieb in der Pro B für die nächsten Jahre gesichert werden. Doch Michael Wichterich machte klar: „Mit dieser Finanzierung sind wir erst einmal nur dabei, aber natürlich wollen wir eine gute Rolle spielen. Dafür sind zusätzliche Einnahmen von Nöten.“ Diese wären im nächsten Schritt durch die Vermarktung weiterer Werbebanden sowie durch Mitgliedsbeiträge des neuen Dragons VIP-Club zu generieren. Interessenten können sich beim Manager über dessen Leistungsangebot informieren. Möchte man in den kommenden Jahren weiterhin oben angreifen, wird darüber hinaus ein Trikotsponsor benötigt. Hier laufen bereits erste Gespräche. Doch das Ziel bleibt - die sportliche Qualifikation vorausgesetzt - die Pro A. Hierzu müsste man aber einen Namenssponsor finden. „Sowohl beim Trikot- als auch beim Namenssponsor kann wieder jeder Einzelne einen Beitrag leisten, ein „Türöffner“ könnte sich als wichtiger Faktor bei der Suche erweisen“, stellte Michael Wichterich fest.
Auf einen Fakt legte der Manager beim Thema ProA-Aufstieg besonderen Wert: „Wir lassen uns auf keinerlei Abenteuer ein. Im anstehenden Lizenzierungsverfahren werden wir bis zum 31. März sowohl Unterlagen für die Pro B als auch für die Pro A einreichen. Aber nur wenn wir bis zum 31. Mai ein tragfähiges Budget darstellen können, nehmen wir die Pro A in Angriff. Mit einer Unterdeckung werden wir nicht in die Saison starten.“ Die aktuelle Mannschaft hätte es auf jeden Fall verdient, lässt sie sich doch nicht von den Geschehnissen um sie herum beeinflussen und zeigt Charakter. Es wäre schade, wenn dieses Team - bei entsprechender Qualifikation - nicht für ihre tolle Saison belohnt würde. „Allerdings ist auch ganz klar, dass wir im Aufstiegsfall weder von unserem Konzept abweichen werden – attraktiven Spitzensport in Einklang mit Talentförderung zu bringen – noch die Mannschaft groß verändern wollen. Wenn ProA, dann mit dieser Mannschaft.“ so Wichterich.
Und so endete der Abend auch mit einer deutlich spürbaren Aufbruchstimmung. Der langjährige Vorsitzende des RTV, Hansjörg Tamoj, brachte es auf den Punkt: „Basketball hat für die gesamte Stadt Bad Honnef einen unheimlich wichtigen Stellenwert. Es geht hier nicht nur um den Sport, sondern auch um die soziale Komponente für unsere Bürger. Jeder Einzelne sollte sich überlegen, was ihm die Dragons wert sind und was sie ihm schon gegeben haben.“
geschrieben von Philipp Döring
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