Mit Dragons-Tugenden in den Doppelspieltag

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Freitag, 20:00 Uhr, Dragons Rhöndorf vs. Hamburg Towers

Sonntag, 17:00 Uhr, ETB Wohnbau Baskets Essen vs. Dragons Rhöndorf

Es ist wieder Doppelspieltag in der ProA und damit warten an einem Wochenende direkt zwei schwere Aufgaben auf die Drachen-Truppe von Headcoach Christian Mehrens. Während mit den Hamburg Towers zunächst ein noch junger Club seine Premiere im DragonDome gibt, steht das anschließende Gastspiel bei den ETB Wohnbau Baskets Essen klar unter der Überschrift „Keller-Duell“. 

Es ist nach mehr als 20 Jahren Bundesliga-Basketball in Bad Honnef zu einer Seltenheit geworden, dass die Dragons Rhöndorf einen Kontrahenten erstmals zu einem Gastspiel in der heimischen Sporthalle an der Menzenberger Straße begrüßen dürfen. Allein aus diesem Grund ist das Heimspiel gegen die Hamburg Towers ein besonderes Datum, geben die Gäste doch erstmals ihre Visitenkarte bei den Dragons ab. Doch auch abseits dieses Fakts sind die „Türme“ aus der Elbmetropole eines der interessantesten und aufstrebendsten Basketball-Großprojekte der gesamten Republik. Angeführt vom ehemaligen Nationalspieler Marvin Willoughby ist es in der Sportstadt Hamburg gelungen Basketball salonfähig zu machen und in der Sport-Szene der Stadt zu verankern. Mit den Piraten Hamburg konnte ein passender Unterbau in der JBBL und NBBL geschaffen werden und mit dem Projekt „Sport ohne Grenzen“ engagieren sich die Towers auch abseits des Leistungssports und konnten für Kinder und Jugendliche eine Plattform schaffen, um sowohl sportliche, als auch soziale und gesellschaftliche Werte zu vermitteln. Für die bislang so erfolgreich geleistete Arbeit, besonders im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, wurde Marvin Willoughby im vergangenen Jahr mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

hht_logo_jpg_kleinDoch auch auf dem Parkett der ProA konnten die Hamburger bislang durchweg positive Schlagzeilen schreiben und schafften bereits im ersten Jahr den Einzug in die Playoffs und auch in diesem Jahr schicken sich die Mannen von Headcoach Hamed Attarbashi an, erneut in die Postseason einzuziehen und konnten ihre Bilanz aus der vergangenen Saison mit aktuell 16 Siegen bereits toppen. Mit Bazoumana Kone werden die Towers dabei von einem der momentan vermutlich größten Aufbau-Talente Deutschlands angeführt und dirigiert. Der erst 22 Jahre alte Kone kam 2014 von den Eisbären Bremerhaven nach Hamburg und ist aktuell mit 13,5 Punkten Topscorer seiner Mannschaft und bringt zudem noch 4,2 Assists pro Spiel an den Mann. Unterstützung erhält Kone von Anthony Canty, der nach 2 Jahren in der Beko BBL von Absteiger Trier nach Hamburg wechselte und mit 9,9 Punkten und 2,6 Assists ebenfalls zu überzeugen weiß. Auf den Flügelpositionen kann Coach Attarbashi mit Jonathon Williams und Xavier Roberson auf zwei vielseitige US-Amerikaner bauen, die mit 12,7 Punkten (Williams) und 10,7 Punkten (Roberson) beide zweistellige Punktausbeuten vorweisen können. Unter den Körben sorgt mit Robert Ferguson, Stefan Schmidt und Michael Wenzl ein ausgeglichenes Center-Trio für Recht und Ordnung in der Zone der Towers. Mit 6,2 Rebounds pro Spiel ist der ehemalige Trierer Schmidt in dieser Kategorie Klassenbester seiner Mannschaft und streut zusätzlich 6,5 Punkte pro Spiel ein. US-Boy Ferguson bringt es auf 7,5 Punkte und 4,5 Rebounds und 2,10-Meter-Riese Wenzl steuert nochmals 4,5 Punkte und 4,8 Rebounds bei. Die weiteren Spielminuten in der Rotation der Towers verteilen sich zumeist auf Center Helge Baues, Forward Vincent Kittmann und die Guards Steffen Kiese und Janis Stielow.

Mit zuletzt 4 Siegen in Serie konnten die Towers merklich Fahrt aufnehmen und setzten sich am vergangenen Spieltag, angeführt von Jonathon Williams (20 Punkte), mit 74:65 gegen rent4office Nürnberg durch. Mit einer klaren Ausgangslage hofft Dragons Headcoach Christian Mehrens, dass seine Schützlinge wie schon gegen Trier befreit aufspielen und die klassischen Tugenden wie Kampf, Leidenschaft und Einsatz auf das Parkett des DragonDomes bringen: „Der Einsatz und die Leidenschaft sind immer da und wenn wir es schaffen all unsere Fähigkeiten gemeinsam aufs Parkett zu bringen, können wir auch tabellarisch weit oben platzierte Mannschaften zumindest phasenweise vor Probleme stellen. Gegen Trier haben wir uns besonders in der ersten Halbzeit sehr teuer verkauft und darauf gilt es aufzubauen.“ Angesprochen auf den Gegner äußert der Cheftrainer der Drachen viel Respekt für den Hamburger Weg und die Zusammenstellung der Mannschaft: „Die Towers setzen auf eine gute Mischung und lassen ihre deutschen Spieler viel Verantwortung übernehmen und der Erfolg gibt ihnen recht. Es ist der richtige Weg sich langfristig etablieren zu wollen und entsprechend eine gesunde Basis für den Hamburger Basketball aufzubauen und nicht den kurzfristigen Erfolg zu suchen.“

ETBLogoWohnbauBasketsrgb_kleinViel Zeit die müden Knochen auszuruhen bleibt den Drachen nach dem Heimspiel gegen die Towers jedoch nicht, denn nur 48 Stunden später heißt es erneut: „Gametime!“. Zum Abschluss des Doppelspieltags reisen die Dragons zu den kriselnden ETB Wohnbau Baskets Essen. Der langjährige Dauerbrenner der 2. Basketball-Bundesliga geht aktuell wohl durch seine schwerste Saison und war zeitweise sogar von der Insolvenz und dem damit verbundenen Ende des Spielbetriebs bedroht. Nur durch enorme Kraftanstrengungen des Managements und der gesamten Fan-Basis war es möglich, die notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen und den zumindest vorübergehenden Fortbestand des Teams zu sichern. Ein Nachlizenzierungsverfahren durch die Liga konnte ebenso erfolgreich durchlaufen werden und mit dem Abzug von 4 Wertungspunkten in der Tabelle sind die ETB Wohnbau Baskets Essen mit dem sprichwörtlichen „blauen Auge“ davongekommen. Tabellarisch sind die Essener zwar damit im Tabellenkeller angekommen, nachdem der Club in den Jahren zuvor sogar als potentieller Aufsteiger in die Beko BBL gehandelt wurde, aber dank der sportlichen Schwäche der Dragons und der Bayer Giants Leverkusen residieren die Essener immer noch auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz der ProA.

Auf dem Feld angeführt wird das Team von Headcoach Igor Krizanovic von Guard Tre Bowman, der mit 16,2 Punkten pro Spiel unangefochten Topscorer seiner Mannschaft ist. Bereits im Hinspiel mussten die Dragons leidvoll die Qualitäten des 1,96 Meter großen US-Boys kennen lernen, als Bowman mit 29 Punkten seine Farben zum 71:89-Auswärtssieg im DragonDome führte. Unterstützung im Spielaufbau erhält Bowman vom erfahrenen Gary Johnson, der zuvor bereits in Düsseldorf und Chemnitz ProA-Erfahrung sammelte und nun in Essen mit 8,4 Punkten und 5,3 Assists den ruhigen Sidekick zu Tre Bowman gibt. Unter den Körben ist mit Stanford Brown ein weiterer US-Amerikaner im Einsatz, der es in knapp 18 Minuten Spielzeit auf durchschnittlich 6,7 Punkte und 4 Rebounds bringt. Vierter Mitarbeiter aus dem Mutterland des Basketballs ist mit Jonathan Loyd ein weiterer Aufbauspieler, der mit 4,8 Punkten zwar statistisch ruhig daher kommt  und miserable Quoten aus dem Feld vorzuweisen hat, aber immerhin 5 Assists pro Spiel an seine Nebenleute verteilt. Absolute Identifikationsfigur im Essener Sportpark „Am Hallo“ ist Shooting Guard Marco Buljevic, der mit den Giessen 46ers und den EWE Baskets Oldenburg bereits in der Beko BBL spielte und seit 2010 seine Sneaker für die Essener Korbjäger schnürt. Mit 8,8 Punkten pro Spiel zeigt er weiterhin, dass er in den ProA zu den besseren deutschen Flügelspielern gehört und ließ am vergangenen Spieltag bei der knappen 99:103-Niederlage gegen Gotha mit 27 Punkten aufhorchen. Ebenfalls brandgefährlich ist Power Forward Paul Albrecht, der mit einem guten Allround-Paket ausgestattet das Feld betritt und sowohl unter dem Brett, als auch von jenseits der 6,75-Meter-Linie seine durchschnittlich 9 Punkte erzielt. Weitere wichtige Akzente können zumeist noch Center Christoph Hackenesch und die beiden Power Forwards Luka Buntic und Brian Wenzel setzen.

„Für Essen ist es sicherlich ein wegweisendes Spiel auf dem Weg zum Klassenerhalt. Es ist immer schwierig einzuschätzen wie eine Mannschaft auf eine solche Situation wie in Essen reagiert, aber bislang scheinen die Essener gut mit der Situation umzugehen und werden sicherlich top fokussiert gegen uns auflaufen.“, sieht Headcoach Christian Mehrens die Gastgeber unter dem klaren Druck gewinnen zu müssen und will seine Mannschaft entsprechend befreit und frech aufspielen lassen: „Wir müssen den Samstag zum regenerieren nutzen und werden uns mit einer leichten Wurfeinheit vorbereiten, um dann in Essen hoffentlich erneut alles in die Waagschale werfen zu können.“ Besonders Flügelspieler Jordan Hamilton nimmt Coach Mehrens in die Pflicht und hofft, dass der US-Amerikaner an seine gute Leistung gegen Trier anknüpfen kann: „Ich habe Jordan bereits in der Nachbesprechung des Spiels in Gotha in die Pflicht genommen und gegen Trier hat er entsprechend geantwortet. Auch für die restlichen Spiel muss und wird er als Profi vorangehen.“

Tip-Off zur Partie gegen die Hamburg Towers ist am kommenden Freitag um 20 Uhr in der Sporthalle an der Menzenberger Straße. Die Tageskassen an der Halle öffnen 60 Minuten vor Spielbeginn. Die Partie gegen Hamburg wird live bei Sportdeutschland.TV im Internet zu sehen sein. Im Essener Sportpark „Am Hallo“ ist der Sprungball für Sonntag, den 13. März 2016, um 17 Uhr angesetzt. Auch diese Partie wird live bei Sportdeutschland.TV übertragen. Zusätzlich bietet die 2. Basketball-Bundesliga zu beiden Partien auf ihrer Homepage einen Liveticker an.