Mit Rückenwind zum Klassenprimus

Sonntag, 17:00 Uhr, Science City Jena vs. Dragons Rhöndorf 

Nach dem wichtigen zweiten Saisonsieg am vergangenen Wochenende steht für die Dragons Rhöndorf am Sonntag der sportlich schwierige Gang zu Tabellenführer Science City Jena an. Trotz der klaren tabellarischen Ausgangslage wollen die Drachen frei aufspielen und das Spitzenteam aus Jena ins Grübeln bringen. 

Der bunt gemischte Spielplan macht es möglich, dass die Erinnerungen an das Hinspiel gegen den Tabellenführer aus Jena bei Spielern und Verantwortlichen der Dragons noch frisch in den Köpfen verankert sind. Ohne die damals gerade erst verpflichteten Justin Smith und Jordan Hamilton boten die Dragons dem Tabellenführer lange Zeit Paroli und mussten erst im letzten Spielabschnitt die Mannen von Headcoach Björn Harmsen davonziehen lassen und sich letztlich mit 73:96 geschlagen geben.

Science_City_JenaAuf beiden Seiten sind die Voraussetzungen vor dem Spiel diesmal jedoch andere. Die Dragons haben mit Jordan Hamilton und Justin Smith zwei Spieler dabei, die den Jenaern aufgrund der bisherigen Leistungen durchaus Kopfzerbrechen bereiten dürften. Bei Jena kann Coach Harmsen mit Immanuel McElroy wieder auf seinen Star-Spieler zurückgreifen, der gegen die Dragons noch verletzt aussetzen musste. Der mehrfache BBL-Allstar und zweifache deutsche Meister McElroy wechselte vor der Saison von den Basketball Löwen Braunschweig nach Jena und zeigt eindrucksvoll, dass er mit 35 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Mit durchschnittlich 13,5 Punkten, 4 Assists und 5,2 Rebounds gehört er zu den besten Allroundern der Liga und zeigt mit 48% von der 3er-Linie, dass er im Alter sein sicheres Händchen von außen gefunden hat. Noch am Anfang seiner Karriere steht Shooting Guard Jelani Hewitt, der in Jena seine erste Profi-Saison spielt und mit 14,3 Punkten pro Spiel Topscorer seiner Mannschaft ist und zusätzlich noch 2,3 Assists an seine Mitspieler verteilt. Dritter US-Boy im Kader ist Flügelspieler Wayne Bernard, der ebenfalls viel Erfahrung aus BBL und ProA in die Waagschale werfen kann. Mit 8,7 Punkten und 2,6 Assists pro Spiel kommt er jedoch statistisch etwas ruhiger daher als seine Landsleute McElroy und Hewitt.

Auf den deutschen Positionen hat Trainer-Fuchs Harmsen die Qual der Wahl und kann auf eine breite Phalanx an deutschen Spielern bauen. Allen Basketball-Fans bekannt ist sicherlich Power Forward Guido Grünheid, der zwischen 2006 und 2008 in 36 Spielen zum Kader der deutschen A-Nationalmannschaft gehörte. Nach zuletzt 4 Jahren bei den Artland Dragons in der Basketball-Bundesliga kehrte der gebürtige Jenenser Grünheid zu seinen sportlichen Wurzeln zurück und kann bislang 9,1 Punkte und 4,7 Rebounds pro Partie für sich verbuchen. Ebenfalls unter dem Korb zuhause ist Center Oliver Clay, der nach einer durchwachsenen Spielzeit beim Mitteldeutschen BC in Jena wieder zu den sportlichen Leistungsträgern gehört. Im Schnitt kann der 2,06 Meter große Clay 8 Punkte und 5,8 Rebounds verbuchen und ist damit bester Rebounder seiner Mannschaft. Ein weiterer Big Man ist Julius Wolf, der aber auch von außen den ein oder anderen 3er einstreuen kann und im Hinspiel gegen unsere Drachen 15 Punkte markierte. Vierter Brettspieler im Verbund ist Georg Wilhelm Voigtmann, dessen großer Bruder Johannes bei den Skyliners aus Frankfurt in der Beko BBL für Aufsehen sorgt. Auch Georg Wilhelm Voigtmann lässt regelmäßig sein Talent aufblitzen und konnte sich diese Saison fest in die Rotation von Coach Harmsen spielen. Mit allabendlich 3,2 Punkten und 1,8 Rebounds zählt er jedoch noch nicht zu den absoluten Leistungsträgern seiner Mannschaft.  Im Spielaufbau halten Lars Wendt und Ermen Reyes-Napoles die Zügel in der Hand sorgen für einen reibungslosen Ballvortrag des Spitzenreiters. Der 1,91 Meter große Wendt kommt dabei auf 8,7 Punkte pro Spiel und war mit seinen 16 Punkten im Hinspiel gegen unsere Drachen ein absoluter Aktivposten seiner Mannschaft. Ermen Reyes-Napoles ist der Dauerbrenner im Kader von Science City Jena und gehört seit 2006 zum spielenden Personal seines Teams. Mit seinen 6,7 Punkten und 2,2 Assists sorgt er für wichtige Entlastung von der Bank.

Nach zuletzt 11 Siegen in Folge musste sich Science City Jena am vergangenen Wochenende erst zum zweiten mal in dieser Spielzeit geschlagen geben und unterlag bei den Hamburg Towers mit 73:63. Die Thüringer dürften also auf Wiedergutmachung aus sein und entsprechend motiviert in ihr Heimspiel gegen die Dragons gehen. Drachen Headcoach Boris Kaminski hofft jedoch darauf, dass seine Mannen an die engagierte Leistung gegen Nürnberg anknüpfen und befreit aufspielen: „Gegen die beste Verteidigung der Liga auswärts zu spielen wird alles andere als leicht. Aber wir können frei aufspielen und werden versuchen unsere körperliche Unterlegenheit mit viel Einsatz und den ein oder anderen taktischen Mitteln zu kompensieren. Wir freuen uns auf das Spiel und hoffen auf eine ähnlich engagierte Teamleistung wie zuletzt gegen Nürnberg, dann können wir den Spitzenreiter eventuell ins Grübeln bringen. Entscheidend wird aus unserer Sicht aber sein, zu welchen Abschlüssen mit möglichst hohen Quoten wir in Jenas Spielhälfte kommen.“

Tip-Off zur Partie zwischen Science City Jena und den Dragons Rhöndorf ist am kommenden Sonntag um 17:00 Uhr in der Sparkassen-Arena am Burgaupark in Jena. Die Partie wird live bei Sportdeutschland.TV im Internet übertragen.