Moin Moin Hamburg

Sonntag, 16:00 Uhr, Hamburg Towers vs. Dragons Rhöndorf

Es kommt selten vor, dass es für Dragons Rhöndorf zu einem erstmaligen Aufeinandertreffen im deutschen Profi-Basketball kommt. So gesehen wird am kommenden Sonntag wieder ein kleines Stück Basketball-Geschichte geschrieben, wenn die Dragons erstmals bei den noch jungen Hamburg Towers gastieren. 

hht_logo_jpg_kleinProfi-Basketball in Hamburg? Das geht nicht! – So oder so ähnlich ist in den vergangenen Jahren meist über den Versuch deutschlands schönste Hallensportart in Hamburg zu etablieren gesprochen worden. Seit der Insolvenz des BCJ Hamburg bat lediglich der SC Rist-Wedel in der ProB seine Gastmannschaften zur Fahrt in die Metropolregion Hamburg. Dabei ist das Potential für mehr seit jeher in Hamburg vorhanden. Die Metropole strotzt nur so vor basketballerischem Talent und im Breitensport zählt Basketball auch in Hamburg zu den angesagtesten Sportarten der Stadt. Im Rückblick könnte man es als Glücksfalls bezeichnen, dass sich mit Marvin Willoughby ein ehemaliger Nationalspieler nicht darum scherte, wie der Ist-Zustand des Hamburger Basketballs ist, sondern seiner Vision von Zusammenarbeit und Förderung folgte und so der Basketball-Szene einen entscheidenden Schub versetzte. Mit der Gründung der Piraten Hamburg gelang es Willoughby die Förderung der Jugendspieler aus verschiedenen Vereinen unter ein gemeinsames Dach zu bringen und in der JBBL und NBBL für Furore zu sorgen. Dabei zielt der Ansatz von Willoughby weit über die Förderung der Spitzenkräfte hinaus. Mit seinem Verein Sport ohne Grenzen e.V. ist Willoughby an Hamburger Schulen aktiv und bietet den Jugendlichen der Stadt ein innovatives Freizeitprogramm, welches neben der sportlichen Förderung auch die persönliche Entwicklung und Stärkung sozialer Kompetenzen nicht außer Acht lässt.

Um den talentierten Jahrgängen auch vor Ort die Möglichkeit auf hochklassigen Profi-Basketball zu geben machte sich Willoughby auf die Suche nach starken Partnern, um den Traum eines Profi-Basketballteams zu verwirklichen. Mit Pascal Roller fand er einen weiteren ehemaligen Nationalspieler und eines der bekanntesten Gesichter der deutschen Basketballs als Mitstreiter und gemeinsam entwickelten sie die Konzeption der Hamburg Towers. Jedoch verfestigte sich früh der Eindruck, dass ein direkter Gang in die Beletage des deutschen Basketballs via Wildcard aufgrund der wirtschaftlichen Situation nicht möglich ist und so richteten die Towers ihren Blick auf die ProA und erhielten nach erfolgreich durchlaufener Bewerbung den Zuschlag für ein Startrecht in der ProA-Saison 2014/2015. Mit der schmucken InselParkhalle konnten die Towers zudem eine Heimspielstätte finden, die zuvor bei der internationalen Gartenschau noch als Blumenausstellungshalle im Einsatz war. Nach einigen Umbauarbeiten bietet die moderne Halle nun 3000 Zuschauern Platz und dient auch als Trainings- und Spielstätte diverser Jugend- und Breitensportmannschaften.

Eine der ersten Amtshandlungen der Verantwortlichen, bei der von Grund auf zu bewerkstelligenden Zusammenstellung einer ProA-Mannschaft, war die Verpflichtung von Hamed Attarbashi als Headcoach der Towers. Der gebürtige Hamburger war zuvor als Co-Trainer der Eisbären Bremerhaven in der Basketball-Bundesliga tätig und dort auch für das NBBL-Team der Eisbären verantwortlich. Unter seiner Führung spielten die Towers eine beeindruckende Premieren-Saison in der ProA und konnten sich bereits im ersten Jahr für die Play-Offs qualifizieren, wo die Mannschaft jedoch glatt mit 0:3 gegen die s.Oliver Baskets Würzburg ausschied. Auch in diesem Jahr gelten die Towers wieder als sicherer Kandidat für die Postseason und mit bislang 7 Siegen und 5 Niederlagen liegen die Mannen von Headcoach Attarbashi voll im Soll. Topscorer der mit vielen Talenten gespickten Mannschaft ist das deutsche Point Guard Talent Bazoumana Kone, der es bislang auf 16,3 Punkte 4,8 Rebounds und 3,4 Assists pro Spiel bringt und viel Arbeit für Frankl-Maus, Carter und Co verspricht. Unterstützung erhält er vom amerikanischen Shooting Guard Xavier Roberson, der bei den Towers seine ersten Saison als Profi spielt und mit durchschnittlich 11 Punkten zu überzeugen weiß und vor allem aus der Distanz ein sicheres Händchen besitzt. Ebenfalls auf dem Flügel beheimatet ist US-Boy Jonathon Williams, der vergangenes Jahr für die Itzehoe Eagles in der ProB aktiv war. Mit 10,7 Punkten und 5,6 Rebounds kann der 1,98 Meter große Williams aber auch in der ProA bislang bestehen.  Dritter US-Amerikaner im Bunde ist Center Robert Lavon Ferguson, der es allabendlich auf 6,9 Punkte und 4,4 Rebounds bringt. Besonders auf der Center-Position kann Coach Attarbashi die Minuten auf viele breite Schultern verteilen, hat er doch mit Michael Wenzl (4,8 Punkte pro Spiel) und Stefan Schmidt (7,3 Punkte pro Spiel) zwei weitere deutsche Center mit BBL-Erfahrung im Kader. Mit Anthony Canty konnten die Towers einen weiteren deutschen Spieler mit Erfahrung aus der Basketball-Bundesliga nach Hamburg locken, der nach einem verkorksten Jahr in Trier in der ProA neu angreifen will. Nachdem er verletzungsbedingt den Saisonstart verpasste konnte Canty nun endlich in den Spielbetrieb eingreifen und kann nach 5 Spielen bislang durchschnittlich 7,8 Punkte für sich verbuchen. Ebenfalls BBL-Erfahrung kann Guard Travis Warech aufweisen, der vergangene Saison im Kader der MHP Riesen Ludwigsburg stand. Ergänzt wird der Kader durch eine Reihe von Talenten wie Forward Helge Baues oder Guard Jannis Stielow, die aber ihren Schwerpunkt bei Kooperationspartner SC Rist-Wedel in der ProB haben und dort als Leistungsträger eingeplant sind.

Es wartet also wieder viel Arbeit auf die Dragons um Headcoach Boris Kaminski, die in Hamburg erstmals auf die Neuzugänge Jordan Hamilton und Justin Smith zurückgreifen können. „Das Hamburger Team ist aus meiner Sicht eines der komplettesten Teams der Liga. Nach einigen Verletzungsproblemen zum Saisonstart können sie nun auf eine große Rotation zurückgreifen und sehr viel Qualität aufbieten. Dennoch haben wir eine gute Aussenseiterchance, da wir nach dem Wechsel auf zwei Positionen schwer auszurechnen sein werden. Florian Wendeler wird uns ebenfalls nach seiner Verletzung aller Voraussicht nach wieder zur Verfügung stehen.“ ,blickt der Trainer der Drachen auf die Partie im hohen Norden voraus.

Tip-Off zur Partie der Hamburg Towers gegen die Dragons Rhöndorf ist am Sonntag um 16:00 Uhr in der InselParkhalle in Hamburg-Wilhelmsburg. Die Partie wird bei Sportdeutschland.tv im Livestream zu sehen sein.