Rockets wackelten, stürzten in Rhöndorf jedoch nicht ab

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gotha_artikelDragons Rhöndorf vs. OeTTINGER Rockets Gotha 67:79 (8:21, 19:15, 21:23, 28:20)

Auch das dritte Saisonspiel verlieren die Dragons Rhöndorf mit 67:79 (27:36). Allerdings lieferten die Hausherren den OeTTINGER Rockets Gotha einen harten Kampf und boten den rund 900 Zuschauern in den letzten fünf Minuten eine mitreißende Aufholjagd. So verließ das Team um Boris Kaminski am Ende das Parkett mit dem Gefühl, dass man auch in der ProA durchaus konkurrenzfähig sein kann.

Die Begegnung startete für die Dragons zunächst so, wie die Partie in Vechta endete: Unter dem gegnerischen Brett lief wenig, aus der Distanz fiel gar nichts. Null Treffer bei acht Versuchen jenseits der Dreierlinie im ersten Viertel waren wenig verheißungsvoll. Auch Gotha erlaubte sich etliche Fahrkarten, konnte sich aber auf Joseph Lawson verlassen. Fast im Alleingang brachte der Powerforward seine Rockets mit 8:0 (6“) in Front. Derweil mussten sich die Rhöndorfer Fans bis zur siebten Minute gedulden, bis Robbin Lodders die ersten beiden Punkte für die Dragons einnetzte. Auch die Bretter dominierten die Rockets klar. Nach zehn Minuten sicherte Gotha 15 Rebounds, Rhöndorf nur deren sechs. So betrug der Rückstand aus Sicht der Dragons nach zehn Minuten bereits 13 Punkte (8:21).

Auch im zweiten Spielabschnitt überließen die Hausherren das Parkett zunächst den Gästen allzu oft. In der 15. Minute erhöhte Gerard Gomilla den Vorsprung für Gotha auf 13:32. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich wohl schon viele Drachen-Fans auf eine deutliche Niederlage eingestellt. Doch dann gelang es der Dragons-Defensive immer häufiger Gotha im Halbfeld zu stellen, provozierte so Ballverluste und schlossen selbst sicher ab. Dank acht Punkten von Sterling Carter verkürzten die Gastgeber den Rückstand bis zur Halbzeit auf neun Punkte (27:36).

Leider konnten die Dragons nach der Pause nicht an die starke Phase anschließen. In den folgenden acht Minuten waren die Rockets wieder am Drücker und legten bis zur 28. Minute 23 Punkte vor (34:57). Die Führung hatte bis sieben Minuten vor Schluss Bestand (44:67). Gotha wollte das Ergebnis scheinbar im Schongang über die Zeit bringen, auf der anderen Seite drehten die Drachen noch einmal mächtig auf. In der Defensive packten die Dragons vehement zu und verschafften sich so Selbstvertrauen in der Offensive. Ein Dreier von Tim Schönborn lieferte die Initialzündung, Viktor Frankel-Maus legte ein Drei-Punkt-Spiel nach, Will Ohuaregbe landete eine Steal und schloss wuchtig per Dunking ab. Vor allem aber Stering Carter war in der Phase richtig heiß und klinkte 13 Punkte ein. Rhöndorf war plötzlich noch einmal in Schlagweite (67:74 / 38“) und die Kulisse kochte. Doch ganz kippen konnten die Dragons die Partie jedoch nicht mehr. Carlton Guyton kühlte die Gemüter mit einem Dreier ab, bevor Jordan Riewer und Maximilian DiLeo an der Freiwurflinie die Rhöndorfs Hoffnungen auf den ersten Heimsieg der Saison endgültig zerstörten.

Trotzdem sollte das Spiel den Dragons Rhöndorf Auftrieb für das nächste Auswärtsspiel in Heidelberg geben. Mit einer vergleichbaren Defensiv-Leistung der letzten Minuten und einem gut aufgelegten Sterling Carter, der mit 26 Punkten zum Topscorer der Begegnung avancierte, ist bei den MLP Academics was drin.

Die Dragons Rhöndorf setzten heute gemeinsam mit der „2. Basketball Bundesliga“ und „Aktion Deutschland Hilft“ ein klares Zeichen für Flüchtlingshilfe, Toleranz und Weltoffenheit. Zwölf junge Flüchtlinge verfolgten das Spiel in der Menzenberger Sporthalle live. In der Halbzeitpause hieß Dragons Vorsitzender Christain Mäßen und überreichte gemeinsam mit Mary John Kamp zehn Basketbälle von Molton, als Einstieg in den aktiven deutschen Basketballsport oder einfach nur als Erinnerung an einen schönen Abend.

Chris Emsminger (Gotha): „Mit dem ersten Viertel meiner Mannschaft war ich sehr zufrieden. Neun Turnovers im zweiten Viertel sind für uns schon sehr ungewöhnlich und haben mir natürlich nicht gefallen. Ein Faktor für unseren Erfolg war unsere Rebound-Dominanz. Zum zweiten haben wir in der entscheidenden Phase die Freiwürfe nervenstark verwandelt. Für den jetzigen Zeitpunkt war unser Spiel ganz okay.“

Boris Kaminski (Rhöndorf): „Wir hätten heute durchaus gewinnen können. Aber für uns kam die Pause zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Wer weiß, was passiert wäre, wenn wir mit einer Führung und entsprechend großartigen Fans im Rücken in die Halbzeit gegangen wären. Letztendlich haben wir zu spät begriffen, dass wir über eine konsequente Defensive Gotha in Gefahr bringen können. Ich habe der Mannschaft unmittelbar nach dem Spiel gesagt, die Intensität der letzten fünf Minuten brauchen wir in Heidelberg von Beginn an, dann sind wir dort garantiert auf Augenhöhe.“

Rhöndorf: Carter (26 Pkt./5-3er/5 St.), Milovic, Lodders (8), Frankl-Maus (6), Schönborn (10/1), Wendeler (2), Ohuaregbe (8/7 Reb.), Davis(5), Tratnjek (2), Michel, Möller

Gotha: Guyton (17 Pkt./2-3er), Lawson (20 /10 Reb.), Gomila (4), Razis (3/1-3er), Johnson (11/9 Rebs.), DiLeo (8/1), Völler (4), Riewer (8), Lodders, Woods (3/1)

Rhöndorf/Gotha: FG 37%/53%, 2er 45%(19/42)/69%(22/32), 3er 25%(7/28)/26%(5/19), FT 67%(8/12)/77%(20/26), OR 9/6, DR 21/37, AS 7/13, ST 8/16, TO 16/21, BS 2/1, PF 23/15