Superstart in die Rückrunde

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Dragons Rhöndorf vs. rent4Office Nürnberg 83:65 (16:19, 18:14, 32:18, 17:14)

Die rund 900 Zuschauer in der Menzenberger Sporthalle waren am Samstagabend ob der Leistung der Dragons wohl ebenso überrascht wie das Team von rent4Office Nürnberg. Die Hausherren schickten die Gästen mit einer herben 83:65-Klatsche (34:33) nach Hause. Dank einer kämpferisch tadellosen Teamleistung, vor allem in der Defensive, der die Franken letztendlich wenig entgegen zu setzen hatten.

Insgeheim hatten wohl die meisten Rhöndorfer Fans das Spiel bereits nach den ersten vier Minuten abgeschrieben. Nürnberg startete stark, legte eine 110-Serie hin und bestimmte das Geschehen auf dem Parkett in jeder Hinsicht. Dann jedoch wendete sich das Blatt: Florian Wendler sorgte per Korbleger für den Auftakt, dem Tim Schönborn zwei Dreier und Justin Smith zwei Halbdistanzwürfe folgen ließen. Am Ende stand ein 15:0-Lauf der Dragons und die erste Führung der Hausherren zu Buche (7“/14:11). Das erste Viertel konnten Die Nürnberger dennoch mit 16:19 für sich entscheiden.

IMG_2974Auch im zweiten Spielabschnitt entwickelte sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, zunächst mit Vorteilen für die Gäste. Nach zwei erfolgreichen Dreiern von Mario Blessing gingen die Franken mit neun Punkten in Front (12“/18:27). Die Führung hatte bis zur 20 Minute bestand, bis Tim Schönborn und Jordan Hamilton zur knappen Pausenstand von 34:33 einnetzten. Nach dem Seitenwechsel machten die Dragons in der Defensive richtig ernst. Mit geschickten Wechsel zwischen Mann-Mann- und Zonen-Verteidigung kauften sie Nürnberg zusehends den Schneid ab. Auf der andern Seiten scorten Carter, Smith & Co. immer sicherer und sorgten nach dem dritten Viertel für einen komfortablen 15-Punkte-Vorsprung (66:51) nach 30 Minuten.

Wer nun mit einem großen Aufbäumen von rent4office Nürnberg rechnete sah sich getäuscht. Rhöndorf baute die Führung binnen drei Minuten auf 20 Punkte aus und ließ keine Zweifel daran aufkommen, wer Chef im Ring ist. Nürnberg fand kein Mittel, die kompakte Rhöndorfer Defensive zu knacken und rannte kopflos an. So hatten die Dragons leichtes Spiel die richtigen Antworten zu finden und die Begegnung deutlich mit 83:65 für sich zu entscheiden.

Ein Blick auf die Statistik weist aus, worin der Schlüssel zum Erfolg lag. Einerseits gelang es Rhöndorf erstmals das Rebound-Verhältnis ausgeglichen zu gestalten (40:40). Auf der anderen Seite zwang man den Gegner zu 18 Ballverlusten und leistete sich selber nur deren elf. Zudem war Dylan Talley diesmal kein Faktor im Offensivspiel der Gäste und blieb am Ende ohne einen einzigen Punkt – im Hinspiel avancierte er mit 29 Punkten noch zum Matchwinner für Nürnberg. Diesbezüglich hatte sich Jordan Hamilton ein Sonderlob des Cheftrainers redlich verdient. Ebenso wie Justin Smith (21 Pkt.) und Tim Schönbörn (18 Pkt./4-3er), die 64% bzw. 60% klasse Trefferquoten markierten. Unter dem Strich garnierten die einzelnen Scores jedoch nur eine klasse Leistung der gesamten Dragons, wie man sie am Menzenberg schon lange nicht mehr erlebt hat.

Ralph Junge (Headcaoch Nürnberg): Was wir gezeigt haben war einfach frustrierend. Ich dachte, wir hätten in der Hinrunde bereits genügend Rückschläge eingesteckt. Aber unsere gestanden Profis haben heute in vielen Situationen die notwendige Disziplin vermissen lassen. Wir haben Rhöndorf förmlich zum Punkten eingeladen. Als sich der Gegner dann regelrecht in einen Rausch spielte, hatten wir keine Antwort mehr parat. Kompliment an Boris Kaminski und sein Team.

Boris Kaminski (Headcoach Rhöndorf): Heute hat endlich vieles gepasst. Der Sieg tut einfach gut, besonders nach der ärgerlichen Niederlage in Köln. Justin Smith und Jordan Hamilton haben dem Team ein gehörige Portion Kampfgeist gegeben. Der heutige Erfolg war vor allem ein Resultat unserer bedingungslosen Bereitschaft in der Defensive. Für Tim Schönborn freut es mich besonders, dass er eine so gute Leistung abgeliefert hat. So richtig habe ich aber noch nicht realisiert, dass wir Nürnberg heute mit 18 Punkten geschlagen haben.

Rhöndorf: Carter (16 Pkt./3-3er), Hamilton (6), Michel (4), Frankl-Maus (9), Schönborn (18/4), Winterhalter (2), Wendeler (5), Smiths (21), Angerer (2), Geretzki, Möller, Tratnjek (DNP)

Nürnberg: Oppland (13 Pkt./0-3er), Bright (6/1), Oehle (8), Talley, Theus (5), Blessing (8/2), Fleischmann (10/1), Marin (5/1), Land (8), Hujic (2)

Rhöndorf/Nürnberg: FG 46%/36%, 2er 56%(25/45)/46%(18/39), 3er 29%(7/24)21%(5/24), FT 80%(12/15)/74%(14/19), R 40/40, AS 23/11, ST 10/5, TO 11/18, BS 3/3, PF 22/20