Ulm auf der letzten Rille zum Cup-Triumph

DSC_0083ratiopharm ulm holt den Gezeiten Haus Cup, ECE Kapfenberg wird Dritter

ratiopharm ulm siegte in einen hartumkämpften Endspiel um den Gezeiten Haus Cup mit 93:87 (54:46) und entthronte die Bonner Baskets. Förmlich auf der letzten Rille setzten die Donaustädter mit nur sieben Spielern im Gipfeltreffen der beiden BBL-Teams durch. Auf Platz drei landete ECE Kapfenberg. Beim 87:69 (51:45) waren die Dragons Rhöndorf dem Österreichnischen Super Cup-Sieger letztendlich ohne eine echte Chance. Schlimmer als die Niederlage wiegt für die Dragons jedoch die Verletzung von Daquan Holiday, der mit einer Verletzung am Finger frühzeitig ausschied. Ein bitterer Wermutstropfen in einem ansonsten schönem Basketballfest, bei dem insgesamt 2.000 Fans begeistert dabei waren.

 

ratiopharm ulm – Telekom Baskets Bonn 93:87 (30:18, 24:24, 16:25, 22:17)

Erstaunlich gut startete Ulm ins Spiel, wenn man die derzeitigen Verletzungssorgen bedenkt. Völlig unbeeindruckt gingen die Donaustädter in der Offensive zu Werke. Wobei Joschka Ferner eine richtig gute Leistung bot, drei Dreier im ersten Spielabschnitt versenkte und mit 14 Punkten maßgeblich an der 30:18-Führung von Ulm beteiligt war. Bonn hingegen wirkte in seinen Aktionen verhalten und war häufig einen Schritt zu spät. Der Leckerbissen des ersten Viertels bot dennoch die Baskets durch einen krachenden Monsterdunk von Aaron White.

Das zweite Viertel stand ganz im Zeichen hoher Basketballkunst bzw. der Urgewalt einer Abrissbirne. Für die künstlerischen Momente sorgte einmal mehr Joschka Ferner mit weiteren Dreiern sowie Da’Sean Butler mit einem scheinbar unmöglichen Korb in abenteuerlicher Schräglage. Aber auch Bonn hatte nun das Visier deutlich besser eingestellt. Wobei für die Baskets-Initialzündung eindeutig Gerald Beverly sorgte. Mit fast schon beängstigender Wucht ging der junge US-Amerikaner, der eigentlich Bonns Zweite verstärkt, unter den Brettern zu Werke, blockte hinten und dunkte vorne. Die Konkurrenz in der Regionalliga darf sich warm anziehen! Letztendlich konnte der Pokalverteidiger bis zur Halbzeit den Rückstand aber nur unwesentlich verkürzen. Ulm ging mit acht Punkten Vorsprung in die Kabine 54:46.

Nach den Seitenwechsel geriet der Baskets-Express plötzlich ordentlich ins Rollen. Mit einem 10:0-Lauf rauchte Bonn den Rückstand förmlich auf und ging seinerseits in der 23. Minute mit 56:54 in Front. Die Partie schien zugunsten der Baskets gekippt, doch Ulm hielt dagegen und ging in der 30. Minute durch einen Dreier von Da’Sean Butler wieder mit 69:68 in Führung. So ging es denkbar knapp mit 71:70 für Ulm ins letzte Viertel.

Im letzten Spielabschnitt übernahm rathiopharm ulm wieder das Kommando. DeAndre Kane zog mehrfach unwiderstehlich zum Brett und brachte sein Team mit sechs Zählern nach vorne (72:78 / 34“). Das Spiel blieb aber weiterhin auf des Messers Schneide. Bonn glich wieder aus und die Führung wechselte praktisch im Sekundentakt. Drei Minuten vor Schluss legte Ulm dann nochmal vier Punkte vor. Eugene Lawrence und Adrej Mangold verlegten unglücklich, auf der Gegenseite versenkten Da’Sean Butler zum 87:80 (40“). Bonn versuchte alles, nach einem 3-Punktspiel von Xavier Silas wurde es 25 Sekunden vor dem Ende auch noch einmal richtig eng (88:85), zumal Per Günther nur einen von zwei Freiwürfen verwandeln konnte (89:85). Raymar Morgan machte es besser, traf beide und Per Günther tat es ihm gleich. So feierte Ulm verdient den Cup-Erfolg. Mit nur sieben fitten Spielern ein respektabler Erfolg (93:87).

Telekom Baskets Bonn: Silas (19 Pkt. / 4 3er), Mädrich (), Mangold (), Lawrence (8/1), Klimavicius (6), Koch (9/1), White (13), Clarke (12/3), Beverly (6)

ratiopharm ulm: Günther (7), Ferner (18/3), Morgan (19), Dorsch, Butler (22/4), Rohwer (4), Brembly (3/1), Kane (20)

Bonn/Ulm: Feldquote (49%/51%), 3er (11/29 / 8/23), Freiwürfe (10/15 / 25/34), Rebounds (35/34), Assists (23/16), Turnover (13/9), Blocks (3/1)

 

 

Tapfere Dragons unterliegen Bulls klar

Dragons Rhöndorf vs. ECE Kapfenberg 69:87 (15:21, 30:30, 14:21, 10:15)

Die Dragons starteten verhalten und unkonzentriert in die Partie. Ob die Mängel im Abschluss und die Ballverlusten der frühen Uhrzeit geschuldet waren, lässt sich nur vermuten. Jedenfalls wirkte Kapfenberg frischer und ging bis zur 4. Minute verdient mit 2:9 in Führung. Bis zum Ende des ersten Viertel kam Rhöndorf dann gefühlt etwas besser ins Spiel, der Abstand blieb aber gleich 15:21.

Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts waren die Jungs um Coach Boris Kaminski dann richtig aufgewacht. Dreier von Viktor Frankl-Maus, Anton Geretzki und ein Layer von Daquan Holiday sorgten für den 24:25 (13“) Zwischenstand und für deutlich hellere Mienen auf der Tribüne. In der Folgezeit verfielen die Dragons dann doch wieder ins alte Strickmuster und überließen den Gästen das Punkten. In dieser Phase setzte sich vor allem Ty Armstrong mit neun Punkten gekonnt in Szene. Frühzeitig abschreiben sollte man Rhöndorf aber nie. Mit einem Dreier eröffnete Thomas Michel die letzten beiden Minuten vor der Halbzeitpause, die es in sich hatten. Der Youngster ließ gleich noch einen Wurf von Downtown folgen, Viktor Frankl-Maus und Antoine Davis legten nach. So schmolz der komfortable Vorsprung der Österreicher (30:45 / 17“) bis zur Halbzeit bis auf sechs Punkte zusammen.

Im dritten Viertel mussten die Fans bis zur zweiten Minute warten, bis etwas „verwertbares“ passierte: Ty Armstrong wuchtete einen Dunking auf den Ring. Aber Kapfenberg erwischte wieder den besseren Start. Nach einigen Breaks lagen die Gästen wieder schnell deutlich (48:60 / 22“) vorne. Schlimmer traf die Dragons jedoch der Schockmoment in der 26. Minute. Daquan Holiday bekam er einen heftigen Schlag auf die Hand. Dabei zog sich Rhöndorfs Powerforward einen offenen Fingerbruch zu, musste sofort ins Krankenhaus und wurde umgehend operiert. Bleibt zu hoffen, dass der Genesungsprozess im Hinblick auf die anstehende Saison möglichst reibungslos und schnell verläuft. Eine Pause von mindestens sechs Wochen sind zu erwarten. Boris Kamanski wechselte in der Folgezeit kräftig durch und gab seiner jungen Riege die Chance sich zu beweisen und die Jungs setzten sich gut in Szene. Thomas Michel und Anton Geretzki wussten mit etlichen guten Szenen zu überzeugen. Aber richtig ran kamen die Hausherren nicht mehr. Dafür agierte der Europapokal-Teilnehmer aus Österreich zu abgezockt und war letztendlich auch ein Tick zu athletisch für Rhöndorf. Aber die Dragons kämpften bis zum Schluss und konnten das Endergebnis mit 69:87 in annehmbaren Grenzen halten.

Dragons Rhöndorf: Carter (9 Pkt. / 3 3er), Milovic (3/1), Holiday (4), Geretzki (5/1), Lodders (2), Frankl-Maus (16/2), Schönborn (9/1), Wendeler (3), Davis (5/1), Michel (13/3)

Kapfenberg Bulls: Holton (15/3), Ray (6), Armstrong (15/1), Gibbs (15/1), Krämer (15), Moschik, Shaw (18/1), Schrittwieser, Woschank (3/1)

Rhöndorf/Kapfenberg: Feldquote (35%/42%), 3er (12/34 / 7/26), Freiwürfe (13/19 / 18/24), Rebounds (42/45), Assists (17/8), Turnover (18/10), Blocks (5/1)

(Klaus Beydemüller, Fotos: Marion Cramer)