Dragons Rhöndorf – feuer.und.flamme | Dragons landen Achtungserfolg

Dragons landen Achtungserfolg

MLP Academics Heidelberg vs. Dragons Rhöndorf 86:81 (22:17, 22:22, 24:15, 18:27)

Zum vierten Mal in dieser Saison verlassen die Dragons Rhöndorf am Sonntagnachmittag als Verlierer das Parkett. Die Academics aus Heidelberg siegten am Ende vor rund 650 Zuschauern verdient mit 86:81 (44:39), auch aufgrund einer bemerkenswerten Dreier-Quote (48%). Das Team um Headcoach Boris Kaminski war nah dran am ersten Sieg in der ProA, wollte in den entscheidenden Phasen jedoch mit dem Kopf durch die Wand. So vergab Rhöndorf die große Chance auf eine Überraschung. Es war für die Drachen aber ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Zudem feierte Daquan Holiday sein ersehntes Comeback.

Die Zeichen standen für die Baden-Württemberger vor dem Tip-off auf Sturm. Gleich zwei Leistungsträger mussten verletzt passen. Paul Brotherson und T.J. Sapp saßen nur auf der Bank, waren wohl aber vom Start ihrer Ersatzleute sehr zufrieden. Gleich von Beginn spürten die Dragons, was sie an diesem Tag zu erwarten hatten: Heidelberger Scharfschützen vom Feinsten. Bryan Smithson traf zum Auftakt gleich zweimal von der Dreierlinie und markierte die 8:4-Fürhung (4“) im Alleingang. Das die Dragons in Reichweite blieben, lag vor allem an Antoine Davis, der im ersten Spielabschnitt neun Punkte einnetzte. In der zehnten Minute waren die Rheinländer sogar bis auf einen Punkt dran (18:17). Es bestand sogar die Chance zur Führung, doch nun klinkte auch Center Johannes Lieschka einen Dreier zum 22:17 ein.

Im zweiten Viertel sorgten Tim Schönborn und Robin Lodders für den ersten Einstand in der Partie (13“). Die kalte Dusche folgte jedoch umgehend, durch Christoph Rupp, natürlich durch zwei erfolgreiche Dreier. Jetzt war Sterling Carter an der Reihe schickte seinerseits zwei Würfe von Downtown durch die Maschen, landete zusätzlich einen Steal und schloss spektakulär per Dunk ab. In der 17. Minute stand es wieder 34:34 Unentschieden. Für die knappe Pausenführung aus Sicht der Hausherren sorgte dann Kristian Kuhn und Albert Kuppe (44:39).

Die beiden waren dann auch an der stärksten Phase von Heidelberg nach der Pause maßgeblich beteiligt. Kristian Kuhn steuerte 10 Zähler und Albert Kuppe neun Punkte zum komfortablen 18 Punkte-Vorsprung (68:50/28“) bei und machten die Ausfälle der beiden US-Amerikaner zu diesem Zeitpunkt vergessen. Zum Vergessen war indes das dritte Viertel auch für Rhöndorf, die in den Schlussabschnitt mit der schweren Hypothek eines 68:54 gingen.

Doch die Dragons lieferten eine Aufholjagd ab, mit der niemand mehr gerechnet hatte. Viktor Frankl-Maus läutete mit zwei Dreiern den Run ein, den Robin Lodders in der 37. Minute mit einem unwiderstehlichen Drive zum Korb zur 76:77-Führung für Rhöndorf krönte. Die Drachen stoppten in der Folge mehrfach die Angriffe der Academics und hatten die Chance zu erhöhen. Anstatt jedoch weiterhin geduldig ihre Systeme auszuspielen, gingen sie erfolglos mit der Brechstange zu Werke. Heidelberg antwortete mit harter Defensive und konterte eiskalt. Ely Shyron sowie Bryan Smithson übernahmen und brachten Heidelberg wieder mit fünf Punkten in Front (82:77/38“). Antoine Davis sorgte an der Linie mit zwei verwandelten Freiwürfen nochmals für einen Hoffnungsschimmer (84:81/10 Sek.), doch Johannes Lieschka machte 4 Sekunden vor Schluss per Layer den Deckel auf die Begegnung.

Branislav Igniatovic (Heidelberg): „Mich haben vor der Partie die Schiedsrichter gefragt, ob ich ein leichtes Spiel erwarte. Aber in der ProA gibt es keine Geschenke. Ich muss Rhöndorf ein großes Kompliment machen, sie haben zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und uns alles abverlangt. Vor der Leistung meines Teams ziehe ich den Hut. Wie wir die Verletzung unserer zwei Amerikaner kompensiert haben, wovon sich einer in der vergangenen Woche beim leichten Wurftraining verletzt hat, macht mich stolz.“

Boris Kaminski (Rhöndorf): „Heidelberg hat sich immer wieder Vorsprünge erspielt und verdient gewonnen. Wir haben einmal mehr Lehrgeld bezahlt und wollten als darauf ankam mit dem Kopf durch die Wand. Eigentlich hatte ich gehofft, dass das dezimierte Heidelberger Team gegen Ende müde wird. Faktisch sind einige Spieler über sich hinaus gewachsen. Enttäuscht bin ich über unsere Leistung jedoch nicht. Es ist eine stetige Entwicklung zu sehen. Wenn wir am kommenden Samstag bis zum Schluss die Kontrolle wahren und wir uns etwas cleverer anstellen, sollte gegen Paderborn der erste Saisonsieg möglich sein.“

Rhöndorf: Carter (11 Pkt./3-3er), Milovic (3/1), Lodders (18), Frankl-Maus (10/2), Schönborn (3/1), Ohuaregbe (12/14 Reb.), Davis(16/2), Holiday (8) – Tratnjek, Michel, Angerer, Wendeler (DNP)

Heidelberg: Lieschka (11 Pkt./1-3er/16 Reb.), Shyron (13), Kuhn (17), Smithson (14/2), Rockmann (3), Kuppe (21/5), Rupp (7/2), Nägele – Steinort (DNP)

Rhöndorf/Heidelberg: FG 40%/49%, 2er 45%(21/47)/50%(19/38), 3er 32%(9/28)/48%(10/21), FT 80%(12/15)/82%(18/22), OR 14/8, DR 21/30, AS 16/21, ST 9/6, TO 13/18, BS 0/2, PF 19/19