Dragons machen im Pott souverän den Deckel drauf

Citybasket Recklinghausen vs. Dragons Rhöndorf 80:104 (24:32, 15:14, 23:34, 18:24)

Rhöndorf bringt den Citybaskets Recklinghausen am Samstagabend eine empfindliche 104:80-Heimschlappe (39:46) bei. Vor rund 150 Fans legten die Dragons einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Damit halten sich die Drachen auch im dritten Ligaspiel unter Interims-Coach Yassin Idbihi schadlos und zementieren zunächst den vierten Tabellenrang.

Mit großem Respekt waren die Dragons nach Recklinghausen gereist. Verständlich, die jüngste Erfolgsserie der Citybaskets, darunter ein Sieg gegen Ligaprimus Rheinstars Köln, zeigte Wirkung. Allerdings waren die Vorzeichen für die Hausherren suboptimal, mit Kiki Bruns und Till von Guionneaum mussten zwei Leistungsträger verletzt passen. Zunächst konnte Rhöndorf jedoch kein Kapital aus der auf acht Spieler geschrumpften Rotation des Gegners schlagen. Auch weil sich die Defensive der Drachen in der ersten Halbzeit ohne richtigen Biss präsentierte und auf der Gegenseite US-Guard Antoine Myers (29 Pkt.) die sich bietenden Lücken immer wieder eiskalt nutzte. So wägte sich das Dutzend eiserner Dragons-Fans in einer Dauerschleife: Rhöndorf lag von Beginn an vorne (4“ 8:3, 10“ 32:24, 15“ 30:39), Recklinghausen kam aber immer wieder auf Schlagdistanz heran. Entsprechend trennten beide Teams zum Pausentee nur knappe sieben Punkte (39:36).

Das dritte Viertel dürfte dann genau nach dem Geschmack von Rhöndorfs Cheftrainer Yassin Idbihi gewesen sein. Sein Team zog die Schrauben in der Defensive deutlich enger an und gestattete den Hausherren zunehmend weniger zwingende Korbchancen. Vorne drehten Kilian Binapfl (23 Pkt.), Curtis Hollis (17) und Gabriel de Oliviera (16) mächtig auf und bauten die Führung auf beruhigende 15 Punkte aus (15“ 49:64). Recklinghausen versuchte mit einer Zonenverteidigung zurück ins Spiel zu finden, die Drachen gaben allerdings mit sicheren Distanzwürfen die passende Antwort. Am Ende wies die Statistik für Rhöndorf beeindruckte 55 Prozent Trefferquote jenseits der Dreierlinie aus. Als „Young Gun“ Simonas Lukosius per Dreier den Vorsprung erstmals auf über 20 Zähler ausbaute (30“ 57:78), war die Messe frühzeitig gelesen.

Im Schlussviertel rotierte das Trainergespann der Dragons dann fleißig durch und bot dem gesamten Kader die Möglichkeit Spielpraxis im Wettkampfmodus zu sammeln. Die 100er-Marke zu knacken war in der 37. Minute Jeffrey Martin überlassen (76:102), der nicht nur ob seiner 13 Punkte sondern auch als Sonderbewacher des starken Antoine Myers zu überzeugen wusste. Unterm Strich geht der 104:80-Auswärtssieg für die Dragons auch in der Höhe vollkommen in Ordnung. Es war ein weiterer Schritt in der Entwicklung der Mannschaft und ein Ausrufezeichen im Hinblick auf die kommenden Aufgaben.

Johannes Hülsmann (Headcoach Gelsenkirchen): Die Spielerausfälle haben uns heute sicherlich alles andere als bevorteilt, können allerdings keine Gründe zum Heulen sein. Wir hätten aber heute gegen Rhöndorf wahrscheinlich auch in kompletter Besetzung keine Chance gehabt. Alleine schon die körperlichen Unterschiede waren für jeden ersichtlich. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass wir in einigen Phasen noch mehr dagegenhalten. Insgesamt bin ich mit dem Spiel meiner Mannschaft aber zufrieden. Wir müssen jetzt an unserer Defensive arbeiten und uns auf die kommenden Gegner fokussieren.

Yassin Idbihi (Headcoach Dragons Rhöndorf): Mir war schon im Vorfeld klar, dass es heute eine unangenehme Aufgabe wird. Trotz der kleinen Rotation von nur acht Spielern hat uns Recklinhausen in der ersten Halbzeit ordentlich gefordert, besonders mit der aggressiven Zonenverteidigung. Mit zunehmender Spielzeit haben wir dann über unsere konsequentere Defensive die Begegnung in den Griff bekommen. Automatisch sind wir auch offensiv deutlich besser in Schwung gekommen. Die junge Mannschaft muss einfach lernen, dass die Basis für Erfolg immer harte Arbeit ist. 

Rhöndorf: Hollis (17 Pkt./2-3er), Martin (13/2-3er), Oliviera (16), J. Falkenstein (3/1-3er), Otshumbe, Foz (2/7-As), D. Falkenstein (2), Binapfl (23/1-3er), Lukosius (11/3-3er), Besedic (2), Sharda (6/2-3er), Kotieno (9)

Recklinghausen: Myers (29), Adriaans (15/1-3er), Spettmann (3), Bredeck (9/1-3er), Manzur (5/1-3er), Meesmann (11/1-3er), Volk (3/1-3er), Kaprolat (5)

Rhöndorf/Recklinghausen: FG 59,7%/46,9%, 2er 61,7%(29/47)/52,1%(25/48), 3er 55%(11/20)/31,3%(15/23), FT 81,3%(13/16)/65,2%(15/23), R 29/35, AS 27/16, ST 12/6, TO 15/21, BS 4/3, PF 17/24