Dragons Rhöndorf – feuer.und.flamme | Dragons wollen wieder ihr Heimgesicht zeigen

Dragons wollen wieder ihr Heimgesicht zeigen

Samstag, 19:00 Uhr, Dragons Rhöndorf vs. MLP Academics Heidelberg

Nach der bitteren und auch in der Höhe verdienten Pleite bei Tabellenführer Jena sind die Dragons Rhöndorf auf Wiedergutmachung aus und wollen im heimischen DragonDome an die zuvor gezeigten Leistungen gegen Köln und Nürnberg anknüpfen. Gegner ist mit den MLP Academics Heidelberg ein letztjähriger Playoff-Teilnehmer.

Zwischen 1957 und 1977 gehörten die MLP Academics, damals noch USC Heidelberg, zur Creme de la Creme des deutschen Basketballs und waren schon lange „Serienmeister“ bevor dieser Begriff mit Teams wie den Bayer Giants Leverkusen, Alba Berlin oder den Brose Baskets Bamberg verknüpft wurde. Jedoch folgte auf die sportlich fetten Jahre der Abschwung und andere Standorte zogen wirtschaftlich und sportlich an den Kurpfälzern vorbei. Der Abstieg in die Zweitklassigkeit war unvermeidlich und seitdem sind die Heidelberger Dauergast und Dauerbrenner in der 2. Basketball-Bundesliga und immer noch ein gutes Sprungbrett für talentierte deutsche Basketballer. Aktuelle Nationalspieler wie Paul Zipser und Danilo Barthel unternahmen ihre ersten Schritte auf professionellem Basketball-Parkett im Heidelberger Olympia-Stützpunkt und konnten sich im Trikot der Academics ihre ersten Sporen verdienen. Ein weiterer deutschlandweit bekannter Name ist Pascal Roller, der ebenfalls aus Heidelberg stammt und seine ersten Würfe in der Jugendabteilung der Heidelberger versenkte.
Seit 2014 steht mit Branislav „Frenkie“ Ignjatovic ein wahrer Trainer-Fuchs an der Seitenlinie der Heidelberger Korbjäger, nachdem er zuvor sehr erfolgreich für die Kirchheim Knights und den TV Langen tätig war. Unter seiner Führung gelang im vergangenen Jahr erstmals der Einzug in die ProA-Playoffs und auch in diesem Jahr rangieren die Korbjäger aus der Rhein-Neckar-Region wieder in Reichweite einer Playoff-Platzierung. Dies ist umso erstaunlicher, da die Mannschaft schon mehrfache Personalwechsel zu  verzeichnen hatte und erst vor wenigen Tagen einen weiteren Abgang hinnehmen musste. Erst im November war Aufbauspieler Marcus Knight zu den Heidelbergern gewechselt und gehörte mit durchschnittlich 15,3 Punkten und 4,3 Assists auf Anhieb zu denheidelberg_beitrag Leistungsträgern im Kader und spielte sich dadurch auf den Radar von Spitzenreiter Science City Jena, die ihr Interesse an einer Verpflichtung Knights äußerten. Auch der Spieler war wechselwillig und blieb unentschuldigt dem Spiel-und Trainingsbetrieb fern und forcierte somit einen Wechsel, der zu Beginn dieser Woche vollzogen wurde, nachdem sich beide Vereine auf entsprechende Ablösemodalitäten geeinigt hatten. Mit Shy Ely und Johannes Lischka stehen zudem zwei weitere Spieler nicht mehr im Kader der Heidelberger, die beim knappen 86:81-Sieg der Heidelberger gegen die Dragons im Oktober noch zu den Leistungsträgern gehörten. Trotz solider Leistungen sah sich der ehemalige Nationalspieler Johannes Lischka nach seiner Tumorerkrankung nicht mehr in der Lage, den Anforderungen des Profi-Sports standzuhalten und beendete im November endgültig seine Karriere, während Shooting Guard Shy Ely die Wechselmöglichkeit nach Ablauf seines Probevertrags nutzte und bei den Crailsheim Merlins in der Beko BBL anheuerte.

Dreh-und Angelpunkt im Heidelberger Spiel ist Bryan Smithson, der als verlängerter Arm seines Coaches die Zügel in der Hand hält. Mit 11,8 Punkten und 4,4 Assists kommt der US-amerikanische Aufbauspieler zwar unscheinbar daher, kennt aber aus seiner Zeit bei den Kirchheim Knights die Liga und bringt nahezu in jedem Spiel konstant seine Leistung. Unter dem Korb agiert mit Trent Wiedeman ein bulliger 115 Kg schwerer Center, der in Heidelberg sein erstes Profi-Jahr absolviert und dabei bislang 7 Punkte und 3,7 Rebounds für sich verbuchen kann. Dritter US-Boy im Bunde ist Power Forward Devin White, der schon einmal von 2012 bis 2014 seine Zelte bei den Academics aufgeschlagen hatte und in der vergangenen Saison bei Ligakonkurrent Essen spielte. Mit 4,6 Punkten und 4,9 Rebounds konnte er bislang jedoch noch nicht wieder an seine alten Leistungen anknüpfen. Unterstützung unter den Körben bekommen White und Wiedeman von Kristian Kuhn, der nach einem wenig erfolgreichen Ausflug zum Mitteldeutschen BC wieder in die ProA zurückgekehrt ist. Mit 7,6 Punkten und 5,7 Rebounds zeigt der 2,08 Meter große Kuhn, dass er in der ProA immer noch zu den Leistungsträgern einer Mannschaft gehört. Small Forward Albert Kuppe kam vor der Saison von Oettinger Rockets aus Gotha nach Heidelberg und ist mit 9,4 Punkten pro Spiel bester deutscher Punktesammler im Team der Academics und war im Hinspiel mit 21 Punkten Topscorer seiner Mannen. Ebenfalls auf dem Flügel ist Maximilian Rockmann zu finden, der es allabendlich auf 5,9 Punkte und 2,2 Rebounds bringt. Unterstützung im Spielaufbau bringt Eigengewächs Niklas Würzner, der 2,5 Punkte und 1,6 Assists beisteuert. Erst seit Dezember im Kader steht Hrvoje Kovacevic, der 2013/2014 zu den Leistungsträgern des Mitteldeutschen BC in  der Beko BBL gehörte und nach wenig erfolgreichen Stationen in Kroatien und Polen in der ProA wieder auf sich aufmerksam machen will. Mit 5 Punkten, 5.8 Assists und 3,5 Rebounds kann er jedoch noch nicht an vergangene Leistungen anknüpfen und hat vor allem mit desaströsen Wurfquoten (9% von der 3er Linie) zu kämpfen. Ergänzt wird der Kader durch die Flügelspieler Christoph Rupp und Moritz Nägele, die ebenfalls regelmäßig zum Einsatz kommen.

Bei den Dragons kann Headcoach Boris Kaminski auf die frischen Eindrücke des Testspiels gegen Kooperationspartner Telekom Baskets Bonn bauen und sieht seine Mannen nach der Liga-Pleite bei Science City Jena mit den Heimfans im Rücken bereit für den nächsten Heimsieg: „Heidelberg verfügt über gute individuelle Qualität mit teilweise viel ProA-Erfahrung. In Korbnähe müssen wir insbesondere Kuhn und Wiedemann kontrollieren, die deutlich mehr Masse haben als wir. Dazu muss es uns gelingen Smithons Kreativität auf ein Minimum zu begrenzen, damit er seine Mitspieler nicht so stark in Szene setzen kann. Am Ende brauchen wir aber unbedingt die Unterstützung und Energie des Publikums, um mit einem Sieg den erhofften Schritt in der Tabelle nach vorne machen zu können.“

Tip-Off zur Partie zwischen den Dragons Rhöndorf und den MLP Academics Heidelberg ist am kommenden Samstag um 19:00 Uhr in der Sporthalle an der Menzenberger Straße. Die Tageskassen sind ab 18:00 Uhr geöffnet. Die Partie wird zudem live bei Sportdeutschland.tv im Stream zu sehen sein.