Gezeiten Haus Cup Tag 2: Würzburg sichert sich den Pott

Dragons Rhöndorf vs. RheinStars Köln 71:82 (22:21/10:19/22:15/17:27)

Ohne die verletzten Thomas Michel, Viktor Frankl-Maus und Patrick Reusch beorderte Headcoach Thomas Adelt mit Joe Koschade einen Youngster aus der Bonner Zweitvertretung in die Starting Five der Drachen vom Menzenberg. Doch auch ohne die arrivierten Leistungsträger brachten die Dragons, wie auch am Vortag den viel zitierten Drachen-Spirit auf das Parkett des DragonDome und konnten sich früh mit 13:6 gegen den ProA-Ligisten absetzen. Doch die hohe Schlagzahl hatte ihren Preis, denn in Person von Yannick Kneesch und Alexander Möller kassierten zwei Drachen-Bigmen bereits im ersten Viertel ihre ersten beiden Fouls auf dem Statistikbogen. Mit einem 15:0-Lauf schien es zunächst, als würden die RheinStars das Kommando übernehmen, jedoch hatten die Kölner ihre Rechnung ohne Anton Geretzki und David Falkenstein gemacht, die ihrerseits für eine 22:21-Führung der Dragons nach dem ersten Viertel sorgten. Bewegten sich beide Teams in Sachen Offensiv-Output im ersten Viertel noch auf Augenhöhe, setzte im zweiten Spielabschnitt der Gast aus der Domstadt die Akzente. Immer wieder gelang es den Mannen von Coach Wucherer in den entscheidenden Situationen die richtigen Nadelstiche zu setzen, sei es in der Offense oder in der Defense. Daraus resultierend konnte der Favorit aus Köln mit einer 32:40 zum Pausentee in die Kabine gehen.
Nach der Halbzeit-Ansprache der beiden Coaches brauchten die Akteure auf dem Feld etwas, um wieder in Fahrt zu kommen, denn es sollte fast zwei Minuten dauern, ehe US-Boy K.J. Sherrill die ersten Punkte im dritten Viertel erzielen konnte (34:40). Auch im weiteren Verlauf zeigten die dezimierten Drachen, dass sie nicht gewillt waren, den RheinStars kampflos das Feld zu überlassen, was beim Stand von 52:51 für die Dragons von den Fans lautstark honoriert wurde und spätestens als zum Start des finalen Viertels ein 54:55 auf der Anzeigetafel prangte war jedem Betrachter klar, dass alles angerichtet war für eine spannende Schlussphase. Bei den RheinStars schien Coach Wucherer die richtigen Worte gefunden zu haben, denn die Kölner zogen nochmals merklich an und konnten vorentscheidend auf 56:70 davonziehen. Auf Seiten der Dragons wurden die Beine merklich schwerer, was vor allem in der Offense zu mehreren Ballverlusten führte, welche die RheinStars ihrerseits zu nutzen wussten. Mit einem letztlich auch in der Höhe verdienten 71:82-Sieg sicherten sich die RheinStars den dritten Platz des Gezeiten Haus Cup 2017 gegen aufopferungsvoll kämpfende Drachen, die bei ihren Fans für viel Vorfreude auf die kommende ProB-Saison sorgten.
Thomas Adelt (Headcoach Dragons Rhöndorf): „Auch heute hat die Intensität meiner Mannschaft wieder absolut gestimmt und wir können viele positive Lehren aus den Spielen des Wochenendes ziehen. Mit einem kompletten Kader können wir nun an den Feinschliff für die Saison gehen.“
Rhöndorf: Falkenstein (4), Koschade (3/1-3er), Taylor (27/1, 12 Rebounds), Blass (3/1), Geretzki (10/2), Dia (0), Vermum (0), Kneesch (15/3), Möller (5), Sherrill (4, 6 Rebounds), Elksnis (0)
Köln: Gilder-Tilbury (18/4-3er), Morgan (14), DiLeo (17/2), Bekteshi (8), Baeck (7), Gottschalk (DNP), Ramsey (2), Müller-Laschet (DNP), Heinzmann (3), Vest (DNP), Foster (10/1), Van Laack (3)


Telekom Baskets Bonn vs. s.Oliver Würzburg 67:71 (14:17/16:22/15:13/22:19)
Vor 1000 Zuschauern war alles angerichtet zum Final-Duell der Bundesligisten. Die seit langem durch eine Fan-Freundschaft verbundenen Teams aus Bonn und Würzburg sahen das Duell am Sonntag-Nachmittag auch als entsprechende Chance, sich gegen einen direkten Liga-Konkurrenten zu beweisen. Coach Krunic musste auf Bonner Seite auch am zweiten Turnier-Tag auf die verletzten Julian Gamble und Ron Curry verzichten, was dafür sorgte, dass mit Alexander Möller, David Falkenstein und Anton Geretzki drei Spieler nach dem vorangegangenen Duell zwischen Rhöndorf und Köln eine Doppelschicht einlegen mussten und den ausgedünnten Kader der Telekom Baskets ergänzten. In einem von bissiger Defense geprägten ersten Viertel taten sich beide Teams schwer, einen offensiven Rhythmus aufzubauen, was für einen überschaubaren Punktestand von 14:17 sorgte. Auch im zweiten Viertel zeigten beide Kontrahenten keine Anzeichen von defensiver Müdigkeit, was aber vor allem die Telekom Baskets Bonn mit einer hohen Foulbelastung bezahlen mussten. Mit Martin Breunig und Jordan Parks musste Coach Krunic bereits zur Mitte des zweiten Viertels zwei wichtige Leistungsträger mit ihrem jeweils dritten persönlichen Foul auf die Bank bitten. Diese Schwächung wussten die Mannen von Trainer-Legende Dirk Bauermann zu nutzen, die sich bis zur Halbzeit auf 30:39 absetzen konnten.
Auch im dritten Viertel zeigten die Bauermänner erneut zunächst die reifere Spielanlage und wussten ihre deutlich tiefere Rotation zu nutzen. Immer wieder wurde durch sicheres Passspiel der freie Mann gefunden, während auf Seiten der Baskets viel von den individuellen Fähigkeiten von Capitano Josh Mayo abhing, der gegen die Würzburger Defense jedoch einen schweren Stand hatte. Es war also Zeit für neue Helden und in diese Rolle sollte mit Konsti Klein ein lange verletzter Akteur der Magenta-Korbjäger schlüpfen, der gemeinsam mit Martin Breunig dafür sorgte, dass die Baskets zum Ende des dritten Viertels mit 45:52 weiterhin in Schlagdistanz blieben. Wie es sich für eine Finale gehört, sorgten in den finalen 10 Minuten beide Teams dafür, dass richtig Feuer unter das Dach des DragonDome kam. Trotz Foultrouble und kurzer Rotation lieferten die Bonner dem Konkurrenten aus Würzburg zu jeder Minute einen heißen Fight und konnten durch Josh Mayo nach 33 Minuten zm 55:55 ausgleichen. Auch das foulbedingte Ausscheiden von Martin Breunig wurde im Teamverbund kompensiert und spätestens als Mayo artistisch zum 62:61 traf, glich der DragonDome einem Tollhaus. Eine Rudelbildung zwischen beiden Teams erhitzte zusätzlich die Gemüter, in dessen Folge Jordan Parks auf Bonner und Andrej Mangold auf Würzburger Seite mit disqualifizierenden Fouls die Halle verlassen mussten. Im Anschluss war es an Defense-Terrier Yorman Polas Bartolo von der Linie zum 65:65 auszugleichen, doch Abdul Gaddy zeigte keine Nerven und markierte zunächst das 65:67 für Würzburg und ließ sich auch nach einem Bonner Turnover nicht zweimal bitten von der Linie seine Farben vorentscheidend mit 4 Punkten in Front zu bringen.
Mit dem Endstand von 67:71 sicherte sich damit s.Oliver Würzburg erstmals den Gezeiten Haus Cup und geht mit dem ersten Titel für die heimische Vitrine in die Saison 2017/2018.
Bonn: Parks (9/1-3er), Klein (9/2), Jasinski (0), DiLeo (5/1), Breunig (13), Polas Bartolo (19/2, 8 Rebounds), Mayo (10, 3 Asissts), Möller (2), Geretzki (0), Falkenstein (DNP), Molitor (DNP)
Würzburg: Richardson (11/3-3er), Gaddy (17/3, 3 Assists), Jackson-Cartwright (0), Kratzer (13, 5 Rebounds), Stuckey (8/2), Loncar (4), Anderson (DNP), Olisevicius (8), Lipkevicius (0), Hammonds (0), Hoffmann (8/2), Mangold (2)