Gezeiten Haus Cup Team Check: RheinStars Köln

Neuer Trainer, neues Glück? Mit einem klangvollen Namen an der Seitenlinie und einem runderneuerten Kader streben die Korbjäger aus der Domstadt nach höheren Gefilden. Headcoach Denis Wucherer soll bewerkstelligen, was bislang misslang: Die Rückkehr in die erste Basketball Bundesliga!


Der Kader
Trotz des erstmaligen Erreichens der Playoffs, wurde auch im Schatten des Doms eifrig an der Kader-Schraube gedreht. Mit den beiden Centern Dennis Heinzmann und Andreas Wenzl, sowie Forward Alex Foster verblieben nur drei letztjährige Leistungsträger im Kader der RheinStars. Ebenfalls an Bord blieben die Nachwuchskräfte Leon Baeck, Filip Kukic, Jonas Gottschalk und Benedikt van Laack, die jedoch alle noch auf den endgültigen Durchbruch warten und lediglich als Ergänzungsspieler zum Einsatz kamen.
Mit der Verpflichtung von Maxi DiLeo sorgten die RheinStars direkt für eine Art Familien-Zusammenführung, denn mit Anthony „TJ“ DiLeo steht der ältere Bruder des Neu-Kölners nur wenige Kilometer rheinaufwärts bei den Telekom Baskets Bonn unter Vertrag. Der Sohn von Tony DiLeo, der zwischen 1986 und 1990 zwei deutsche Meisterschaften mit Saturn Köln feierte, konnte in Gotha erste Erfahrungen auf ProA-Niveau sammeln und dürfte in Köln eine zentrale Rolle einnehmen. Ebenfalls bestens bekannt in Deutschland ist Besnik Bekteshi, der nach einer sportlich ernüchternden Saison mit RASTA Vechta in Köln wieder sportlich erfolgreiche Schlagzeilen schreiben will und seine ProA-Tauglichkeit bereits in Kirchheim und Giessen unter Beweis stellen konnte.
Eine geballte Portion ProA-Erfahrung bringt auch Flügelspieler Matt Vest mit nach Köln, der als erste US-amerikanische Neuverpflichtung vorgestellt wurde. Nach zwei Jahren in Paderborn, wo es primär darum ging, den Klassenerhalt sicherzustellen, will der als Leader eingeplante US-Boy nun mit Köln den Sprung nach oben bewerkstelligen und seine 13,3 Punkte und 5,6 Assists pro Partie auch in einer sportlich ambitionierteren Mannschaft bestätigen. Unterstützung im Backcourt erhält er durch den in Deutschland noch gänzlich unbekannten Jesse Morgan, der mit der Visitenkarte von 27,2 Punkten pro Spiel im Trikot des luxemburgischen Erstligisten AB Contern den Sprung nach Deutschland wagt. Auf der Position des Forwards wird Rookie Kavin Gilder-Tilbury wirken und erstmals als Profi außerhalb seines Heimatlandes aktiv sein. Der variable Forward konnte im Jersey der Texas State Bobcats gute Statistiken in einer der besten Conferences der NCAA verbuchen und wurde zwecks Planungssicherheit direkt mit einem Vertrag ausgestattet, der sich bei Aufstieg bis 2019 verlängert. Das Quartett der neuen Amerikaner vervollständigt Center Keith Ramsey, dessen Verpflichtung ein echtes Ausrufezeichen darstellt. Von 2013 bis 2015 war der international erfahrene Innenspieler bereits in Deutschland aktiv und konnte 2014/2015 im Trikot von Phoenix Hagen 10,6 Punkte und 6,2 Rebounds pro Partie in der ersten Basketball-Bundesliga verbuchen. Nach einer verletzungsbedingten Pause will Ramsey nun wieder angreifen und im Kölner Trikot beweisen, dass er immer noch das Potential für die Beletage des deutschen Basketballs besitzt.
Der Trainer
Der Schüler trifft auf den Lehrmeister – So könnte die passende Überschrift für die Halbfinal-Paarung zwischen den RheinStars Köln und s.Oliver Würzburg lauten, wenn Denis Wucherer auf Dirk Bauermann trifft, der seit Dezember 2016 die Korbjäger aus Unterfranken betreut. Mit kaum einem anderen Trainer ist die bisherige Coaching-Laufbahn des gebürtigen Mainzers Wucherer so eng verbunden, wie mit Trainer-Legende Dirk Bauermann. Noch als Spieler erlebte Wucherer die Arbeitsweise von Erfolgstrainer Bauermann im Trikot der Bayer Giants Leverkusen und auch in seinen ersten Jahren als Trainer-Neuling sollte er Bauermann als Co-Trainer beim FC Bayern München Basketball und der Deutschen Nationalmannschaft wieder begegnen. Doch der einstige Schüler sollte sich mehr und mehr emanzipieren und mit seinem Wechsel zu den Giessen 46ers gelang dem ehemaligen Shooting Guard endgültig der Sprung in die Riege der besten einheimischen Basketball-Lehrer. Innerhalb von zwei Jahren führte Wucherer den Traditionsclub aus Mittelhessen aus der ProA zurück in die EasyCredit Basketball Bundesliga und sicherte zwei Jahre in Folge mit begrenzten finanziellen Mitteln souverän den Klassenerhalt.
Mit dem Gefühl das Maximum mit den 46ers erreicht zu haben, stellte sich Wucherer im Sommer 2017 einer neuen sportlichen Herausforderung und wurde bei seiner Suche in Köln fündig. Mit den sportlichen Platzhirschen 1.FC Köln und Kölner Haie vor der Nase, gilt es für die RheinStars bald den Sprung ins Oberhaus zu schaffen, denn auf Dauer scheint der Profi-Basketball vor im Schnitt 1500 Zuschauern in der überdimensioniert wirkenden Lanxess-Arena kaum überlebensfähig zu sein. Es liegt nun an Denis Wucherer mit sportlichem Erfolg die Argumente zu liefern, die der Basketball in Köln braucht, um diesmal langfristig Zuschauer und Sponsoren in der Rhein-Metropole zu begeistern.
Der Song zur Saison
„Die Stääne stonn joot“ – Cat Ballou