Gezeiten Haus Cup Team-Check: Telekom Baskets Bonn

„Back On Track“ wäre eine passende Überschrift für die vergangene Spielzeit von Dragons-Kooperationspartner Telekom Baskets Bonn gewesen, denn nach der desaströsen Spielzeit 2015/2016 gelang mit alten Tugenden und einem altbekannten Gesicht an der Seitenlinie die Rückkehr in die Riege der legitimen Playoff-Teams der Basketball-Bundesliga. Nun gilt es, die gezeigten Leistungen zu bestätigen, oder vielleicht sogar auszubauen.


Der Kader
Nach dem totalen Umbruch 2016 folgte in diesem Sommer die Renovierung der Marke „light“ am Basketsring. Vor allem die Weiterbeschäftigung der sportlichen Korsettstangen Josh Mayo und Julian Gamble sorgte für massive Erleichterung im Baskets-Lager, waren die beiden sympathischen US-Boys doch zwei Hauptgaranten für die sportlich erfolgreiche Saison 2016/2017. Während Capitano Josh Mayo dem Duracell Hasen mächtig Konkurrenz machte und immer den nötigen Schuss Unberechenbarkeit ins Spiel der Baskets bringt, sorgte Center Gamble im Laufe der Saison mehr und mehr für stabile Verhältnisse unter den Brettern und dürfte bei den Experten der Republik in diesem Jahr von Anfang an auf dem Zettel der besten Big Men der Liga stehen. Fast noch zum Start der Offseason vermeldeten die Macher am Hardtberg zudem den Verbleib von Anthony „TJ“ DiLeo, der besonders in den Playoffs gegen den späteren Meister Bamberg groß aufspielte und sowohl im Spielaufbau, als auch auf dem Flügel wichtige Entlastung bringen kann und in Sachen Entwicklung weiterhin noch Luft nach oben hat. Fast als Neuzugang kann Coach Krunic zudem Konstantin Klein zurück im Kader begrüßen, der in seinem ersten Jahr am Hardtberg lediglich 7 Spiele absolvieren konnte, ehe ihn eine hartnäckige Verletzung am Fußgelenk jäh ausbremste. Nun will der ehemalige A-Nationalspieler wieder angreifen und dürfte mit seiner Liebe zu intensiver Verteidigungsarbeit, gepaart mit dem sicheren Wurfhändchen, perfekt in die Rotation des Bonner „Coach K“ passen. Ebenfalls heiß geliebt wird Yorman Polas Bartolo, der gemeinsam mit TJ DiLeo aus Giessen nach Bonn kam und als Verteidiger der Marke „Kettenhund“ dafür sorgt, dass auf dem Flügel jeder Punkt gegen ihn mehr als hart erarbeitet werden muss.

Erster Neuzugang im Bonner Lager war mit Martin Breunig ein deutscher Big Man, für den fast im Gegenzug die jahrelange Identifikationsfigur Florian Koch gen Ludwigsburg wechselte, was sowohl am Hardtberg, als auch am Menzenberg für die eine oder andere Träne im Augenwinkel sorgte. Breunig, der variabel als Center und Power Forward eingesetzt werden kann, soll für die dringend benötigte Entlastung von Julian Gamble sorgen und könnte mit seiner Athletik ein größerer Faktor werden als Vorgänger Johannes Richter, der sich gen Gotha verabschiedete. Den Bonner Frontcourt komplettieren die beiden weiteren Neuzgänge Jordan Parks und Nemanja Djurisic, die beide aufgrund ihrer bisherigen sportlichen Vita schnell im deutschen Oberhaus Fuß fassen dürften. Den athletischeren Part soll dabei Jordan Parks übernehmen, der in den vergangenen beiden Jahren in der starken zweiten Liga Italiens unterwegs war und dort für Playoff-Finalist Pallacanestro Alma Trieste 14,3 Punkte und 7,4 Rebounds auflegte. Mit bereits einiger internationaler Erfahrung im Gepäck kommt der montenegrinische Nationalspieler Djurisic nach Bonn, der nach zwei Jahren im Trikot der polnischen Spitzenmannschaft Stelmet Zielona Gora eine neue Herausforderung suchte und nun in der stärker einzuschätzenden EasyCredit BBL seine 8,9 Punkte und 4,2 Rebounds aus 2016/2017 bestätigen will. Etwas schwerer einzuschätzen ist die sportliche Qualität von Ron Curry, der die Guard-Positionen im Lager der Baskets verstärkt und zuletzt 12,1 Punkte für den Traditionsverein KRKA Novo Mesto aus Slowenien auflegte. Einzige offene Baustelle im Ensemble aus der ehemaligen Hauptstadt ist noch die Position des Small Forwards, wo das sportliche Duo aus Coach Krunic und Sportmanager Michael Wichterich noch auf der Suche nach dem finalen Puzzlestück für den Baskets-Kader anno 2017 ist.
Der Trainer
Würde der Schrittzähler mitlaufen, gäbe es wohl keinen Headcoach in der Basketball-Bundesliga, der Predrag Krunic in Sachen Kilometerstand das Wasser reichen könnte. Fast schon als sechster Mann treibt der letztjährige Rückkehrer an der Seitenlinie seine Mannschaft an und lebt dabei den so oftmals zitierten Baskets-Spirit im Rahmen seiner Coaching Box vor. Oftmals wild gestikulierend, aber in den Auszeiten taktisch klar und strukturiert führte Krunic die Baskets in seiner zweiten Amtszeit am Hardtberg sicher in die Playoffs und sorgte nach einer turbulenten Saison 2015/2016 für ruhiges Fahrwasser am Telekom Dome.
Dabei war die Rückkehr von Predrag Krunic, der bereits von 1998 bis 2005 als Co-Trainer und später als Headcoach bei den Baskets wirkte, keinesfalls von langer Hand geplant. Ursprünglich sollte mit Silvano Poropat ein ebenfalls bundesligaerfahrener Headcoach den Restart der Baskets übernehmen und hatte bereits gemeinsam mit Sportmanager Michael Wichterich den Kader geplant und die Vorbereitung mit dem Team absolviert. Doch aus gesundheitlichen Gründen musste der ehemalige „Trainer des Jahres“ der Basketball-Bundesliga nur wenige Tage vor Saisonstart kürzer treten und mit Predrag Krunic wurde ein alter Bekannter kurzfristig zurück an den Hardtberg gelotst. Innerhalb kürzester Zeit gelang es dem ehemaligen Meistertrainer der EWE Baskets Oldenburg der Bonner Mannschaft die Unsicherheit durch den kurzfristigen Trainerwechsel auszutreiben und mit der richten Mischung aus spielerischer Intensität und taktischer Finesse den Spirit der Telekom Baskets wiederzubeleben.
Nun gilt es für Predrag Krunic, dessen Vertrag bis 2018 verlängert wurde, mit den diesmal von ihm mit ausgesuchten Spielern die Leistungen der Spielzeit 2016/2017 zu bestätigen. Auf eines ist jedoch Verlass: Auch in der kommenden Saison wird der ehemalige Lehrling von Baskets Legende Bruno Soce die Bonner Tugenden vorleben und fleißig Kilometer sammeln.
Der Song zur Saison
„Keep The Spirit Alive“ – Killer Dwarfs