Rhöndorfs krönt die Rückrunde und macht die Playoffs klar!
Dragons Rhöndorf vs. Seawolves Academy : 81:79 (27:20, 21:19, 15:24, 18:16)
Das Finale der regulären Saison zwischen Rhöndorf und Rostock blieb nichts schuldig. Erst mit dem letzten Wurfversuch fiel die Entscheidung. Rund 915 Fans im DragonDome hielten den Atem an, aber der Wurf der Seawolfes landete den Bruchteil einer Sekunde zu spät im Korb der Hausherren. Damit war der denkbar knappe 81:79-Sieg (48:39) und die Playoff-Qualifikation der Rheinländer perfekt.
Totenstill war es in der Halle, als die letzten 19 Sekunden der Partie anbrachen. Rostock hatte Einwurf und die Entscheidung beim Spielstand von 81:79 in eigener Hand. Jalen Page dribbelte in Rhöndorfs Zone, um ein Foul zu erzwingen, doch die Dragons verteidigten konsequent und sauber. So erfolgte ein Kickout auf Chris Fazier, der wenige Sekunden vor Spielende zum Dreier hochging. Der Ball rollte über den Ring, Jalen Page angelte sich den Rebound, setzte zum Tipin an und traf – allerdings zu spät, die Spieluhr war bereits abgelaufen. Danach glich der DragonDome einem Tollhaus, Spieler, Trainer und Fans lagen sich in den Armen, Freudentränen kullerten.
Nachvollziehbar, denn nach dem Spielverlauf hätte wohl kaum jemand auf die Dragons gewettet. Dabei lief die Begegnung aus Sicht der Gastgeber verheißungsvoll an. Rhöndorf war nicht wirklich dominant, erspielte sich im ersten Viertel aber leichte Vorteile und ging mit 18:11 (6“) in Führung. Allerdings bekam man Rostocks Jalen Page nicht in den Griff. Der agile US-Amerikaner machte mächtig Druck, riss Lücken in die Defensive der Dragons, scorte selber oder bediente Benedict Baumgarth unterm Brett.
Im zweiten Spielabschnitt fiel dann auch noch der gefürchtete Dreier von den Gästen und sie glichen in der 13. Minute aus (34:34). Rhöndorf ließ das Zwischenhoch von Rostock aber kalt und konterte u.a. mit zwei blitzsauberen Distanzwürfen von Kenan Reinhart und einem von Vuk Scepanovic zur 48:39-Pausenführung.
Nach dem Seitenwechsel kam Rhöndorf dann nicht richtig in die Gänge und es folgte die erste richtig kritische Phase für das Heim-Team. Kurz vor Ende des dritten Viertels gingen die Seawolves erstmals in Führung (60:61). Wenig später kassierte dann auch noch Rhöndorfs Jorge Mejias sein viertes Foul und musste zur Sicherheit auf der Bank geparkt werden. Aber auch aus diesem Tief befreiten sich die Dragons und gingen mit einem 63:63 in den Schlussabschnitt.
Hier verlor Rhöndorf dann für vier Minuten die Kontrolle über das Spiel. Auf der Gegenseite legten die Gäste eine 8:0-Serie hin. Beim Stand von 63:71 (34“) schienen die Dragons auf der Verliererstraße. Doch das Team um Max Becker hat in den letzten Wochen viel Selbstbewusstsein getankt und kämpfte sich zurück. Als Juwhan Harris-Dyson mit einem 3-Punkte-Spiel zum 74:74 ausglich, war klar, es wird eine Schlussphase auf Biegen und Brechen geben.
Als Jalen Page per Dreier zum 79:79 ausglich, war die Spannung auf den Rängen greifbar und auch auf dem Spielfeld lagen die Nerven blank. Erst ließ 37 Sekunden vor Ende Duje Dujmovic einen Freiwurf liegen, dann produzierte Chris Frazier zwölf Sekunden später einen ärgerlichen Ballverlust durch Rückspiel, wenig später war Duje Dujmovic wieder nur einmal von der Linie zum 81:79 erfolgreich. Darüber sprach allerdings wenig später niemand mehr, der Schlussakt wurde eingangs bereits erzählt.
In der Endabrechnung kämpfte sich Juhwan Harris-Dyson mit sichtlichen Schmerzen durch die Begegnung und lieferte wertvolle 15 Punkte und fünf Rebounds ab. Duje Dujmovic überzeugte mit neun Punkten und achte Rebounds. Kenan Reinhart war einmal mehr mit 17 Punkten Topscorer seiner Farben. Jorge Mejias (9 Pkt./7 As.), Vuk Scepanovic (8 Pkt.) und Benjamin Sadikovic (8 Pkt.) steuerten solide Leistungen bei. Bei Rostock überzeugten neben Topscorer Jalen Page (25 Pkt.), Bruno Loll (17 Pkt.), Jonas Zilinskas (13 Pkt.) und Matthes Tilsen (10 Pkt./9 Reb.).
Nun stehen die Dragons doch noch in den Playoffs, womit vor fünf Wochen noch nicht einmal kühnste Optimisten gerechnet haben. Da trifft Rhöndorf auf Ulm II, den Spitzenreiter aus der ProB-Süd.
Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): „Danke an alle Fans, die uns heute zum Sieg getragen haben. Es war eine unfassbare Atmosphäre und für mich unbeschreiblich so viele bekannte Gesichter zu sehen. Es war für mich der emotionalste Moment, den ich bislang im Basketball erleben durfte. Ich hoffe, dass wir in den Playoffs wieder so viele Fans begrüßen dürfen. Diese Unterstützung war einzigartig und macht den Charakter der Dragons aus.
Es war heute der krönende Abschluss unseres letzten Saisonviertels. Wir haben es mit einer geschlossenen Teamleistung geschafft auf die Up and Downs im Spiel zu reagieren. Am Ende haben wir irgendwie den Weg gefunden, das fünfte Spiel in Folge zu gewinnen und uns für die Playoffs zu qualifizieren. Wenn man bedenkt, wo wir vor fünf Wochen standen, ist das eine unglaubliche Leistung, die dieses junge Team gezeigt hat. Sich aus der Abstiegsangst so zu lösen und sich so zu entwickeln ist bemerkenswert. Jetzt gilt es erstmal ein paar Tage durchzuatmen und dann den vollen Fokus auf Ulm zu setzten. Jetzt haben wir nichts mehr zu verlieren.“
Dragons Rhöndorf: Schmid, Harris-Dyson (15 Pkt.), Dujmovic (9/8 Reb.), Ilic (13/1-3er/6 As.), Scepanovic (8/2), Reinhart (17/2), Diallo, Böning (2), Mejias (9/7 As.), Sadikovic (8)
Seawolves Academy: Baumgarth (4 Pkt.), Schmundt (2), Freitag, Tilsen (10/9 Reb.), Page (25/4-3er/7 As.), Rühling, Zilinskas (13/2), Loll (17/3), Frazier (7)
Dragons Rhöndorf / Seawolves Academy: 2er 24/45 (53%) / 19/36 (53%), 3er 5/16 (31%) / 9/36 (25%), FG 29/61 (48%) / 28/72 (39%), FT 18/25 (72%) / 14/18 (78%), REB 41 / 37, ST 8 / 7, TO 17 / 11, BS

