„Wenn wir unsere Konzepte umsetzen, haben wir eine reelle Chance!“

Samstag, 07.11./19:00 Uhr:

TSG Schöller SI Ravens Reutlingen vs. Dragons Rhöndorf

 Kaum ein Experte hatte vor dem Saisonstart damit gerechnet, dass Reutlingen nach dem sechsten Spieltag ungeschlagen an der Tabellenspitze rangiert. Genau bei diesen Ravens müssen die Dragons am kommenden Samstag (07.11./19:00 Uhr) antreten. Es wird also der ultimative Härtetest für Rhöndorf. Für die Rheinländer muss schon vieles zusammenpassen, um aus Baden-Württemberg zählbares mit nach Bad Honnef zu bringen.

Die Dragons müssen sich innerhalb von sieben Tagen mit den beiden derzeitigen Topteams der ProB-Süd messen. Letztes Wochenende war es der Tabellenzweite Leverkusen, nun sieht man sich dem Spitzenreiter Reutlingen gegenüber. Der Aufsteiger ist vielleicht die größte Überraschung der Liga. Bei genauer Betrachtung aber auch nicht, denn die Verantwortlichen haben mit viel Knowhow und Fingerspitzengefühl einen Kader zusammengestellt, der großartig harmoniert.

Jedenfalls ist das bisherige Abschneiden alles andere als ein Zufall. Ihre Verteidigungsarbeit ist schon eindrucksvoll. Statistisch betrachtet haben die Ravens die beste Defense der ProB. Das höchste Score was Reutlingen bislang in dieser Saison kassiert hat sind 71 Punkte! Die Offensive lässt sich grundsätzlich mit kontrolliert umschreiben. Sie können das Spiel zwar auch schnell machen, versuchen aber eher mit geduldigem Passspiel den freien Mann zu finden. Die eindrucksvolle Trefferquote von 60,4 Prozent aus dem Zweierbereich lässt erahnen, wie die Jungs um Coach Rodrigo Reynoso agieren. Daher bringt auch eine Zonenverteidigung Reutlingen nicht aus dem Konzept, im Setplay hat man einiges im Repertoire.

Vor allem wirkt die Mannschaft bereits gut eingespielt. Wohl auch, weil es gelungen ist, das Grundgerüst der Aufstiegshelden zu halten. Ein zentraler Spieler dabei ist Miles Mallory (ø 10,3 Pkt./7,3 Reb.). Der 25-jährige US-Amerikaner ist in der Zone und am Brett eine Macht. Ergibt zusammen mit Power Forward-Kollege Nemanja Nadjfeji (ø 6,2 Pkt./3,5 As./4 Reb.), dem Point Guard Kilian Fischer (ø 3,8 Pkt.) und dem Schweizer Kevin Simeth (ø 6,7 Pkt./8,2 Reb.) auf der Fünf ein schlagkräftiges und produktives Kollektiv. Mit dem 20-jährigen Roy Krupnikas, den man aus dem Förderprogramm von Vechta und Quakenbrück loseisen konnte, haben die Ravens zudem einen Toptransfer gelandet. Er ist mit durchschnittlich 15,5 Punkten nicht nur Topscorer seines Teams, sondern hat auch noch 4,5 Assists und 3,8 Rebounds in der Statistik stehen. Mit Raul Dumnici (ø 8,5 Pkt.) sowie David Engelhart (ø 7,6 Pkt.) hat man zusätzlich zwei echte Energizer und mit Christian Chukwudi Okolie eine echte Kante unterm Korb ins Team geholt.

Für Rhöndorf wird die Begegnung mindestens ebenso schwierig wie die gegen Leverkusen. Hier hat das Team von Coach Max Becker erleben müssen, wie sich eine kurze Phase der Unaufmerksamkeit gegen eine Spitzenmannschaft auswirkt. Auch der kommende Gegner wird garantiert hohen Druck auf die Dragons ausüben und individuelle Fehler konsequent bestrafen. Einerseits gilt es also diese Quote so weit wie möglich zu minimieren, auf der anderen Seite ist die unbedingte Bereitschaft gefordert, zu switchen und sich gegenseitig in der Defensive zu helfen.

  

Max, ist Reutlingen als ungeschlagenen Tabellenführer nach sechs Spieltagen eine Überraschung für dich?

Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): Ich habe sie als klaren Playoff-Anwärter auf dem Schirm gehabt, der Kader ist stark besetzt. Dennoch ist diese Platzierung eine Überraschung, ja.

 Die Ravens haben sehr gute Arbeit beim Rekrutieren geleistet, die Spieler sind extrem gut auf einander abgestimmt. Sie haben insgesamt einen beachtlichen Kader …

Herausragend ist vor allem ihre Defensive. Man merkt das viele Spieler eingespielt sind und sie machen es allen Teams bis jetzt enorm schwer gegen sie zu scoren.

 Der kommende Gegner kann blitzschnell von der Defensive in den Angriff umschalten, beherrscht aber genauso gut das Setplay. Erstaunlich abgeklärt für einen Aufsteiger und enorm schwer auszurechnen?

Sie haben viele variable Scoring-Optionen und bewegen den Ball gut, das macht sie schwer auszurechnen, ja. Sie wirken sehr eingespielt und sind voller Selbstvertrauen.

 Mit Rodrigo Reynoso hat man einen interessanten Trainerkollegen von dir verpflichtet, der vorher in Crailsheim tätig war. Ebenfalls ein wichtiger Baustein für den bisherigen Erfolg?

Ich kenne Rodrigo noch aus gemeinsamen Zeiten in Ulm und er scheint einen super Job in Reutlingen zu machen – der Aufstieg und die Tabellensituation sprechen für sich.

Wollen wir gegen die Ravens eine reelle Chance haben, muss schon alles zusammenpassen. Was stimmt dich positiv, dass die Dragons den Ravens die erste Saisonniederlage beibringen können?

Wir glauben an uns und sind davon überzeugt: Wenn wir unsere Konzepte umsetzen, haben wir eine reelle Chance diesen Sieg zu holen.

Was hättest du geantwortet, hätte dir jemand vor dem Saisonstart prophezeit, dass Reutlingen der ultimative Härtetest für die Dragons wird?

Ich wäre sicher überrascht gewesen, aber wie schon gesagt, unterschätzt habe ich dieses Team vor der Saison nicht. Für einen Aufsteiger sind sie enorm tief und qualitativ besetzt.

 

Tip-Off zur Partie gegen Reutlingen beginnt am kommenden Samstag um 19:00 Uhr in der Oskar-Kalbfell-Sporthalle (Kanzleistraße 30, 72764 Reutlingen). Ab 18:45 Uhr startet der Livestream zur Partie auf Sporteurope.TV. Ein Liveticker wird über die Homepage der BARMER 2.Basketball Bundesliga angeboten.

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