Dezimierte Dragons machen Riesenschritt zum Klassenerhalt!
SC Rist Wedel vs. Dragons Rhöndorf 87:100 (22:20, 19:28, 21:24, 25:28)
Rhöndorf ringt Rist-Wedel hoch verdient mit 87:100 (41:48) nieder. Insgesamt betrachtet war es ein beeindruckender Auswärtssieg, bei dem die Dragons allen Widrigkeiten trotzten. Weder die Verletzungen von Juhwan Harris-Dyson und David Böning oder phasenweise maximaler Druck der Gastgeber, noch die frühe Foulbelastung von Jorge Mejias sowie Kenan Reinhart brachten die Reinländer aus dem Konzept. Da zeitgleich Stahnsdorf bei Rostock verlor, können die Drachen-Fans beim Blick auf die Tabelle ein wenig durchatmen.
Das erste Viertel war aus Rhöndorfer Sicht zum Vergessen. Nach 171 Sekunden gab’s gleich eine eiskalte Dusche fürs Team um Coach Max Becker: Juhwan Harris Dyson rasselte mit einem Gegenspieler zusammen, humpelte mit einer Oberschenkelverletzung vom Feld und musste den Rest des Spiels von der Bank aus beobachten. Den Schock schüttelten die Dragons aber erstaunlich schnell ab und glichen in der fünften Minute zum 9:9 aus. Insgesamt blieb der erste Spielabschnitt aber zäh und war durch viele Foulbedingte Unterbrechungen geprägt. Rhöndorf war in der Defensive immer wieder unaufmerksam, was Janne Müller mit gnadenlosen Drives zum Korb ausnutzte. Außerdem taten sich die Dragons gegen die Defensive der Hausherren schwer freie Würfe von außen zu kreieren. Lediglich ein Rhöndorfer Dreierversuch stand nach zehn Minuten in der Statistik. Trotzdem lag man nur mit zwei Punkten hinten (22:20), weil auch Rist-Wedel oft fahrlässig mit Ballbesitz und Wurfchancen umging.
Im zweiten Spielabschnitt fanden die Dragons deutlich besser in die Begegnung und plötzlich fielen auch die Dreier. Joshua Pettenò eröffnete den Reigen, dem sich Dusan Ilic und Kenan Reinhart anschlossen. Dann der nächste Tiefschlag: David Böning knickte um und war ebenfalls fürs restliche Spiel raus. Aber auch den Ausfall ihres Centers steckten die Dragons erstaunlich gut weg. Als Carlo Schmid mit gutem Zug zum Korb zwei Punkte drauf packte, war zwei Minuten vor der Halbzeit die erste nennenswerte Führung für Rhöndorf perfekt (30:36), die bis zur Halbzeit bestand hatte.
Das dritte Viertel werden sich nicht nur die grandiosen mitgereisten Fans der Drachen fürs Familienalbum einrahmen. Rist-Wedel bekam gleich drei Dreier eingeschenkt, was die Hausherren sichtlich verunsicherte. Rhöndorf forcierte Ballverluste bei Rist-Wedel und traf in der Offensive traumwandlerisch sicher. In der sechsten Minute roch es beim Zwischenstand von 51:69 nach einer richtigen Klatsche für die Hamburger Talentschmiede. Doch der Tabellensiebte raffte sich noch einmal auf. Janne Müller war einfach nicht mehr zu stoppen, machte insgesamt 27 Punkte und brachte seine Farben in der 33. Minute bis auf drei Punkte heran (72:75). Den dezimierten Dragons schienen die Kräfte auszugehen. Zudem waren Kenan Reinhart sowie Jorge Mejias mit vier persönlichen Fouls belastet und vorübergehend zum Zuschauen verdonnert.
Doch Rhöndorf schlug zurück, in Person von Carlo Schmid (15 Pkt.), der hinten aufräumte und vorne mutig den Korb attackierte. Oder Dusan Ilic (6 Pkt./6 As.), der unablässig für Alarm bei Rist-Wedels Defensive sorgte. Kenan Reinhart mit 20 Punkten, drei Dreiern und sieben Rebounds, der das Duell mit Janne Müller mindestens ausgeglichen gestaltete. Jorge Mejias glänzte diesmal weniger als Scorer (9 Pkt.), dafür aber als cleverer Regisseur und Vorlagengeber (9 As.). Davon profitierte u.a. Duje Dujomic (16 Pkt./8 Reb.), der in der Schlussphase mal wieder aufdrehte. Der Unterschiedsspieler war allerdings Josh Pettenò, der immer wenn’s eng wurde, so auch im Schlussabschnitt, seelenruhig seine Dreier einschweißte. Am Ende waren es deren sechs und 20 Punkte. Den Schlussakkord setzte Kenan Reinhart, der an der Freiwurflinie die 100 Punkte vollmachte.
Mit dem Auswärtssieg haben sich die Dragons im Abstiegskampf etwas Luft verschafft und sind vorübergehend auf den elften Tabellenplatz geklettert, der Vorsprung auf den Abstiegsplatz beträgt aber nach wie vor nur zwei Punkte. Am nächsten Samstag besteht aber beim Heimspiel gegen das Schlusslicht Rasta Vechta die Chance einen großen Schritt hin zum Klassenerhalt zu machen.
Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): „Ich bin heute unheimlich stolz auf die Mannschaft! Wie sie es geschafft hat, die Ausfälle von Juhwan und David zu kompensieren, mit unheimlicher Energie die Physis von Wedel zu matchen und einem der besten Defensiv-Teams 100 Punkte in eigener Halle aufzuzwingen – das war wirklich stark. Es ist für uns ein extrem wichtiger Auswärtssieg, aber jetzt gilt es konsequent weiterzuarbeiten. Wir hoffen natürlich darauf, dass die beiden Verletzten möglichst schnell zurückkommen und wir eine gute Trainingswoche absolvieren und den positiven Schwung mitnehmen können, um gegen Vechta einen entscheidenden Schritt hin zum Klassenerhalt zu machen. Ein riesengroßes Dankeschön geht an die mitgereisten Fans, die uns heute zum Auswärtssieg getragen haben!“
Dragons Rhöndorf: Schmid (15 Pkt./1-3er), Harris-Dyson, Dujmovic (16/8 Reb.), Ilic (6/6 As.), Scepanovic (2), Reinhart (20/3/7 Reb.), Diallo (3), Böning, Mejias (9/2/9 As.), Sadikovic (4), Pettenò (23/6)
SC Rist Wedel: Postic (7 Pkt./1-3er), Bjarkason (5/8 Reb.), Müller (27), Martin (10/1-3er), Alegbe-Issifou, Behrendt, Danny Egbe (6/7 Reb.), Hoffmann (4/8 Reb.), Rosebush (3/9 Reb.), Darren Egbe (19/2)
Dragons Rhöndorf / SC Rist Wedel: 2er 18/32 (56%) / 26/54 (48%), 3er 13/37 (35%) / 4/19 (21%), FG 31/69 (45%) / 30/73 (41%), FT 25/34 (53%) / 23/37 (62%), REB 54 / 37, ST 9 / 4, TO 11 / 16, BS 2 / 5, PF 27 / 29

