Dragons Rhöndorf – feuer.und.flamme | Ritter ließen Drachen keine Chance

Ritter ließen Drachen keine Chance

Dragons Rhöndorf vs. VfL Kirchheim Knights 59:85 (14:20, 14: 21, 18:22, 13:22

Ganz angekommen sind die Dragons Rhöndorf in ProA definitiv noch nicht. Gegen Kirchheim agierten die Hausherren über weite Strecken mit zu viel Respekt und kassierten am Ende eine klare 85:59-Niederlage (41:28). Am Ende waren sich die rund 950 Fans in der Menzenberger Sporthalle einig, die Drachen haben noch viel Luft nach oben.

Was das Verletzungspech anbetrifft, herrschte vor Spielbeginn pari. Bei Kirchheim musste Dennis Tinnon wegen eines Bänderriss im Ellenbogen passen, auf Rhöndorfer Seite hat es einmal mehr Anton Geretzki erwischt. In der vergangenen Woche wurde bei ihm ein Meniskus-Riss im Knie diagnostiziert, gleichbedeutend mit acht Wochen Zwangspause. Auf dem Parkett schlug das Pendel dann schnell zu Gunsten der Knights aus. Nur in den ersten vier Minuten waren die Dragons das bessere Team. Sterling Carter fand mit Traumpässen Viktor Frankl-Maus und Robin Looders, die für die zwischenzeitliche 9:4-Führung sorgten.

Im zweiten Spielabschnitt konnte Tim Schönborn nochmals mit einem Dreier auf 17:21 verkürzen, dann verloren die Dragons jedoch immer häufiger die Kontrolle über das Spiel. Kirchheim verteidigte intensiv und forcierte bei den Dragons bis zur Halbzeitpause schon 18 Ballverluste, am Ende waren es sogar deren 28! Teilweise landeten bereits Rhöndorfer Einwürfe in den Händen der Ritter. Die Gäste setzten sich bis zur Pause mit 13 Punkten ab.

Der Start ins dritte Viertel verlief für die Dragons zunächst glänzend. Dank einer 8:0-Serie kam Rhöndorf bis auf sieben Zähler heran (36:43/24“) und war zurück im Spiel. Die Freude währte jedoch nur kurz. Jetzt übernahm nämlich Richie Williams das Kommando, kontrollierte Ball und Tempo routiniert. Immer wieder zog er zum Korb, schloss selber ab oder passte seine Nebenleute frei. Vor allem Tim Burnett (11 Pkt.), Keith Rendleman (17 Pkt./3-3er) und Johannes Joos (11 Pkt. /2-3er) erwiesen sich als dankbare Abnehmer. Insgesamt betrachtet scorte Kirchheim allerdings durch die Bank ordentlich. So war die Begegnung für Rhöndorf bereits in der 32. Minute gelaufen. Man lag mit 49:72 hinten und zahlte auch in Folgezeit Lehrgeld. Die Dragons steckten kämpferisch zwar nicht auf, waren Kirchheim nahezu in jedem Belang unterlegen. So geht das Endergebnis auch in der Höhe absolut in Ordnung (85:59).

Es war beileibe nicht alles schlecht, was die Dragons am Samstagabend geboten haben. Will Ohuaregbe lieferte mit 10 Punkten und 10 Rebounds einen zukunftsweisenden Leistungsnachweis ab. Auch Viktor Frankl-Maus (8 Pkt./2-3er) und Tim Schönborn (9/1-3er) wussten zu gefallen. Und Sterling Carter ließ sein Potenzial auch aufblitzen. Insgesamt betrachtet war die Defensive gegen die beiden herausragenden US-Guards überfordert und die Offensive scheiterte oft an Kleinigkeiten, die besser gemacht werden müssen. Wie eingangs bereits erwähnt, die Dragons sind in der ProA noch nicht so ganz angekommen …

 

Michael Mai / Headcoach Kirchheim: „Wir hatten uns vorgenommen Rhöndorf mit unserer Defensive unter Druck zu setzen, was uns sehr gut gelungen ist. In der Offensive ist es natürlich von Vorteil, zwei so erfahrene Spieler wie Ritchie Williams und Tim Burnette im Team zu haben. Wenngleich das Team heute sehr ausgeglichen gescort hat. Mit Keith Rendleman konnten wir kurzfristig einen guten Deal am Transfermarkt machen. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zum Saisonauftakt sehr zufrieden.“

 

Boris Kaminski / Headcoach Rhöndorf: „Wir haben heute gegen einen starken Gegner verdient verloren, der garantiert zu den TOP-Fünf der Liga gehört. Mein Team war heute wohl eine Spur zu angespannt. Ritchie Williams hat uns immer wieder unter Druck gesetzt und es mussten Spieler helfen. Das haben wir zumindest gut gemacht, wenn auch Freiräume für andere entstanden. Wir müssen uns in den nächsten Spielen Schritt für Schritt weiterentwickeln, um dann für die Gegner bereit zu sein, mit denen wir uns auf Augenhöhe befinden.“

 

Rhöndorf: Carter (7 Pkt./5 Reb.), Milovic, Lodders (7), Frankl-Maus (8/2-3er), Schönborn (9/1), Wendeler (6), Ohuaregbe (10/10 Reb.), Davis(7), Tratnjek (3/1), Winterhalter (2), Möller,

Kirchheim: Nawrocki (2 Pkt.), Williams (15 /7 Reb.), Burnette (11/3-3er), Bekteshi (6/1), Koch (9/3), Rendleman (17/3/9 Reb.), Wild (6), Joos (11/2), Martinovic, Kronhardt (8)

Rhöndorf/Kirchheim: FG 38%/41%, 2er 48%(16/33)/48%(20/42), 3er 23%(5/22)/31%(10/32), FT 50%(12/24)/75%(15/20), OR 15/19, DR 28/24, As 10/13, ST 8/16, TO 28/15, BS 2/5, PF 17/23