So Isset! – Quo vadis Dragons?

Allgemeine Verunsicherung herrscht bei den Dragons-Fans im Hinblick auf die kommenden Playoffs. War die Niederlage gegen Elchingen keine Überraschung, kam die beim Tabellenschlusslicht Karlsruhe schon ziemlich übel an. Damit hatte niemand gerechnet, besonders was die Höhe der Schlappe betrifft. Automatisch haben Kritiker ein Déjà-vu im Hinterkopf: starke reguläre Saison, aus in der erste Playoff-Runde!
Bevor wir mit unserem Team jedoch all zu hart ins Gericht gehen sind einige Fakten in Betracht zuziehen. War gegen Elchingen unser Regisseur Viktor Frankl-Maus wegen einem grippalem Infekt zum Zuschauen verdonnert, musste in Karlsruhe zusätzlich auch noch Backup Patrick Reusch aufgrund latenter Fußprobleme passen. Mit einem derart geschwächtem Backcourt wird’s halt auch beim Tabellenletzten schwierig zu bestehen. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass mit Anton Geretzki sowie Yannik Kneesch auch auf den langen Positionen zwei wichtige Optionen fehlten. Okay, dann müssen halt andere in die Bresche springen!? Grundsätzlich richtig, doch Jo Koschade, Fabian Vermun, David Falkenstein und Karl Mamady Dia müssen noch eine Menge lernen, um auf ProB-Niveau Regie führen zu können. Hinzu kommt, dass ein Team ein ziemlich sensibles Gebilde ist. Fehlt ein Zahnrad im Getriebe gerät das ganze System ins Stocken. Worunter gerade auch die Jungs unter dem Korb ziemlich leiden. Prozentual betrachtet halten Center den Ball im Spiel vergleichsweise nur selten in den Händen und müssen dann funktionieren. Sand im Spielaufbau sorgt folglich für Probleme und lässt die langen Jungs im Regen stehen. Dies sollte man bei Kritik an Alexander Möller und Brandon Watkins ins Kalkül ziehen. Ungeachtet dessen sind die beiden auch noch weit davon entfernt „abgewichste“ Profis zu sein!
Stellt sich die Frage, wie man das System bis zu den Playoffs wieder auf Trab bringt? Ganz einfach, in dem man das erfolgreiche Kollektiv aufs Parkett bringt das uns in der regulären Saison so überzeugt hat! Genau in diesem Punkt macht uns Thomas Adelt Hoffnung und das ärztliche Bulletin klingt jedenfalls verheißungsvoll. Viktor Frankl-Maus und Patrick Reusch werden auf jeden Fall wieder dabei sein. Kleine Fragezeichen stehen noch hinter Anton Geretzki und Yannik Kneesch. Wenn alles glatt geht stehen die Chancen jedoch für beide gut bis zum Playoff-Start einsatzbereit zu sein. Mit der Einschränkung, dass man von ihnen aufgrund des Trainingsmangels keine Wunderdinge erwarten sollte. Auf jeden Fall aber dürften die Dragons ein anderes Gesicht als in den letzten beiden Begegnungen zeigen.
So betrachtet war die Niederlage in Karlsruhe zwar ärgerlich, aber kein Beinbruch. „Die Gesundheit von Spielern riskiere ich nicht“, so Thomas Adelt. „Für uns zählen jetzt die Playoffs, da wollen wir möglichst komplett und fit sein. Für unsere Fans und für uns selbst!“ Ein Mann ein Wort – darauf bauen wir im Erstrunden-Duell mit Wolfenbüttel. Die Betonung liegt auf „Erstrunden“, im Sinne aller Dragons-Fans!
Euer
Klaus Beydemüller
 
Zur Person
Klaus Beydemüller hat als anerkannter Basketball-Journalist und -Fachmann seit Jahren den deutschen Basketball im Blick und steht als treuer Fan und Berater den Dragons seit unzähligen Spielzeiten zur Seite. In seiner Kolumne „So Isset!“ greift das Drachen-Urgestein aktuelle Themen rund um die Dragons Rhöndorf auf und kommentiert in seiner eigenen Sichtweise. Klaus Beydemüller ist kein offizieller Vertreter der Dragons Rhöndorf und vertritt in seiner Kolumne nicht die offizielle Meinung der Dragons Rhöndorf.