Talents verlieren umkämpfte Partie in Osnabrück

Die Talents BonnRhöndorf haben das vorletzte Spiel der Hauptrunde bei den Black Bulls Osnabrück mit 34:40 (21:20) verloren und dabei eine große Chance auf eine bessere Platzierung im Playoff-Rennen liegen gelassen. Entscheidend war ein auf offensiver Seite katastrophales letztes Viertel, in dem die Rheinländerinnen bis drei Sekunden vor Schluss punktlos blieben. Bis dahin hatten die Zuschauer in der Schlosswall-Halle ein hart umkämpftes, aber auch beiderseits von vielen Turnovern geprägtes Low-Scoring-Game gesehen, in dem die Talents gegen die heimstarken Osnabrückerinnen defensiv eine sehr starke Leistung zeigten und bis in die 33. Minute nahezu durchgehend geführt hatten.

Eigentlich konnten die Frauen von Headcoach Bea Waffenschmied ohne großen Druck ins südliche Niedersachsen reisen, nachdem bereits mit dem Sieg über Chemnitz am letzten Wochenende der Playoff-Einzug perfekt gemacht wurde. Offen ist für die Talents nur noch die Frage, von welchem Platz sie in die Postseason gehen werden. Aufgrund des knappen Erfolgs von Chemnitz am Samstag über Neuss war allerdings klar, dass die BonnRhöndorferinnen noch mindestens einen Sieg aus den letzten beiden Partien brauchen, um in der Endabrechnung vor Chemnitz bleiben zu können.

Das erste Viertel dominierten trotzdem die Gäste aus dem Rheinland. Die Hausherrinnen versuchten es wiederholt mit einer Ganzfeldpresse, die von den Talents aber zumeist mit einiger Mühe überwunden werden konnte. Das erste offensive Statement setzte Greta Gomann aus der Distanz (5:2). Olivia Okpara gab derweil unter dem Korb den Ton an und war Dreh- und Angelpunkt der Talents-Offense. Aber auch defensiv standen die Gäste gut. Korbnahe Abschlüsse wurden den Osnabrückerinnen schwer gemacht und von außen trafen diese nichts. So blieb es für die schwarzen Bullen im ersten Spielabschnitt bei zwei Feldkörben. Allerdings kam auch die Talents-Offensive mehrere Minuten ins Stocken, bis Alinde Kerluku in der 8. Minute die Flaute wegblies. Amelie Kröner und Nika Carstens legten nach und die Talents gingen mit einer 15:7-Führung in die Viertelpause.

Der zweite Abschnitt gehörte dann den Gastgeberinnen. Die Presse der Niedersachsen zeigte nun ihre Wirkung und erzwang drei Talents-Ballverluste nacheinander. Trotzdem hielt der Vorsprung zunächst noch. Gomann traf mit Brett und die unwiderstehliche Okpara setzte sich unter dem Korb zur höchsten Führung des Spiels durch (20:11, 14. Minute). Kira Dölle blies postwendend mit dem ersten Osnabrücker Dreier der Partie zur Aufholjagd – und die Rheinländerinnen zeigten sich beeindruckt. Sie spielten sich zwar immer wieder freie Würfe von der 6,75m-Linie heraus – nur fallen wollten sie nicht. Am Ende der ersten Halbzeit standen nur 1 von 11 Dreier auf dem Statistikbogen. Demgegenüber initiierten die Black Bulls jetzt einen 5:0-Lauf, der sie bis zur Halbzeitsirene wieder in Schlagdistanz brachte. Der Pausenstand von 21:20 für die Talents zeigte: diese Partie war nichts für Offensiv-Feinschmecker.

Zum Auftakt der zweiten Hälfte platzte dann bei den Gästen der Knoten – zumindest für zweieinhalb Minuten. Amelie Kröner und Greta Gomann trafen hintereinander zwei Dreier und schnell hatten die Talents einen 8:0-Lauf aufs Parkett gelegt (29:20). Die Gäste schickten sich an, die in dieser Saison erst einmal zu Hause geschlagenen Osnabrückerinnen in ernsthafte Schwierigkeiten zu bringen. Die taten sich auch weiterhin mit der zupackenden Defense der Rheinländerinnen schwer. Erst nach gut fünf Minuten gelang Müller der erste Osnabrücker Feldkorb in der zweiten Hälfte. Aber die Hausherrinnen waren jetzt wieder am Drücker und holten Punkt um Punkt auf, bis Amelie Kröner mit einer schönen Körpertäuschung in der 27. Minute noch einmal auf 32:27 erhöhte. Mit einem Dreipunkte-Vorsprung starteten die Talents hoffnungsvoll ins letzte Viertel (32:29).

Bis hierhin war der Gameplan der Talents gegen den Tabellenzweiten durchaus aufgegangen. Man hatte den Gegner defensiv sehr gut im Griff und auch wenn die Offensive holprig war, lag man doch in Front. Doch dann nahm das Verhängnis seinen Lauf: 15 Talents-Würfe auf den Osnabrücker Korb notierten die Statistiker im Abschlussviertel und bis drei Sekunden vor Schluss fiel davon kein einziger. Da konnte die Verteidigung weiterhin auf hohem Niveau agieren und auch die Osnabrücker bei nur 40 Punkten halten. Wurf um Wurf verfehlten die aufopferungsvoll kämpfenden, aber auch zunehmend entnervten Rheinländerinnen, während Osnabrück nach der bewährten Eichhörnchenmethode hier und da einige Punkte einsammelte – genug jedenfalls, um die Partie am Ende sicher zu gewinnen.

Die Wurfstatistiken konnten bei dieser Punktausbeute nur gruselig sein: 33 Prozent aus dem Zweierbereich (11/33), gar nur 16 Prozent von der Dreierlinie (3/19) und lediglich 33 Prozent bei den Freiwürfen (3/9). Den Talents unterliefen zudem 25 Ballverluste, provozierten aber auch 24 davon.

Es spielten: Gomann (8 Punkte/ 2 Dreier), Kerluku (2), Arz, Carstens (2), Perlick, Okpara (11), Hans, Flottmann (1), Koopmann, Kröner (10), Brinkmann, Kleinert

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