Waffenschmied erwartet eine superenge Saison
Mit dem Heimspiel gegen New Basket Oberhausen beginnt für die Talents BonnRhöndorf Ende September wieder der Ernst in der TOYOTA 2. Damen Basketball-Bundesliga. (Sa. 26.09, 17.00 Uhr, Elisabeth-Selbert-Gesamtschule). Headcoach Bea Waffenschmieds Mannschaft geht nahezu unverändert in die vierte Saison im Norden der zweigeteilten Bundesliga. Der große Erfolg des deutschen Teams bei der WM-Endrunde in Berlin soll dazu beitragen, den Frauen-Basketball sichtbarer zu machen. Sichtbarer als bei den Talents, wo sich viele gute deutsche Basketballerinnen tummeln, geht es kaum.
Die Talents schlossen die letzte Spielzeit auf Rang 5 ab und holten das beste Ergebnis ihrer Geschichte (15 Siege, 4 Niederlagen). Bis zu den Play-off-Rängen 1-4 fehlte nicht viel, das unfassbar große Verletzungspech kostete die Waffenschmied-Truppe letztlich ein noch besseres Ergebnis. Das alles gelang ohne eine einzige ausländische Importspielerin. In einer Liga, in der die meisten Vereine auf die Hilfe von zwei oder mehr Spielerinnen aus Übersee setzten, war der eingeschlagene Weg einmal mehr sehr erfolgreich. „Wir sind ein junges deutsches Programm und setzen weiterhin auf den eigenen Nachwuchs und die Entwicklung der Spielerinnen“, sagte die Trainerin.
Keine Frage, dass Waffenschmieds junge Leistungsträgerinnen in der Sommerpause andernorts heiß begehrt waren – und dennoch entschieden sich nahezu alle Korbjägerinnen für ein weiteres Jahr im südlichen Rheinland. Die BonnRhöndorfer Kaderplaner konnten die Mannschaft für 26/27 schon vor der Sommerpause festzurren. Das war auch eine Bestätigung für die gute Arbeit, die in Bonn und Rhöndorf - im Wettbewerb mit den finanzstarken NRW-Rivalen aus Leverkusen und Bochum – mit sehr kleinem Budget geleistet wurde. Die Mannschaft blieb zusammen und muss nicht jedes Jahr neu zusammengestellt werden. „Unsere Qualität ist hoch, die Jungen lernen von den Älteren“, beschreibt Waffenschmied den Idealzustand.
Martha Middeler und Lea Wolff geben dem Team weiterhin zusammen mit Nicola Happel reichlich Erfahrung mit auf den Weg. Lisanne Räwer Tanguep, Johanna Huppertz und Lena Lingnau haben im Sommer mit der 3x3 Nationalmannschaft viel Praxis gesammelt. Karoline Steffen, Zoé Perlick und Sophie Müller sind die talentierte Achse. Das jugendliche Element steuern Emily Scheibinger, Linda Thimm, Noémi Bokodi und Laila Magagnan bei. Pauline Bantes, Laura Brand und Hanna Fante spielen im auch im Regionalligateam der Talents. Mit Julijana Blazic und Lia Hilgenfeld verließen zwei Akteurinnen des Vorjahrs auch studienbedingt das Team. Auf dem Papier ist die Mannschaft – wenn alle gesund bleiben – ein vielversprechendes Ensemble mit berechtigten Ambitionen. „Wir haben letztes Jahr nur ein einziges Spiel mit allen Spielerinnen bestreiten können, das war komplett absurd“, weiß der Coach.
Neu in der Nordliga sind mit dem UBC Münster und Scala Hamburg (für Braunschweig und Hürth) zwei Frischlinge im Bundesliga-Reigen. Auf den vorderen Plätzen sehen die Auguren die vier Play-off Teams des Vorjahrs. Nordmeister Leverkusen WINGS, die Veilchen aus Göttingen, den BBC Osnabrück und die AstroLadies aus Bochum. Das Quartett wird auch in der kommenden Spielzeit wieder oben gehandelt. Dahinter tummeln sich viele Anwärter auf einen einstelligen Tabellenplatz und die Talents sind gewiss einer der aussichtsreichsten Kandidaten. Aber auch in Chemnitz, Oberhausen, Eimsbüttel, Lichterfelde und Münster will man mit der Abstiegsrunde am liebsten nichts zu tun haben. Eine schwere Saison prognostizieren die Experten hingegen dem Neuling aus Hamburg und den Hurricanes aus Rotenburg.
Zu den eigenen Chancen befragt sagt Waffenschmied: „Es wird sehr eng werden in der Liga. Man darf sich keinen Patzer erlauben und schon gar keine Verletzen- oder Krankheitenserie.“
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