Dragons Rhöndorf – feuer.und.flamme | Zweites Viertel brach den Dragons das Genick

Zweites Viertel brach den Dragons das Genick

Dragons Rhöndorf vs. ETB Wohnbau Essen 71:89 (16:25, 19:30, 18:12, 18:22)

Für Rhöndorf zerplatzte der Traum vom zweiten Heimsieg der Saison am Samstag bereits zur Halbzeit. Nach einem desolaten zweiten Viertel lagen die Dragons gegen ETB Wohnbau Essen vor rund 900 Zuschauern mit 20 Punkten (35:55) zurück und verloren die Begegnung letztendlich vollkommen verdient mit 71:89. Damit sind die Chancen im Abstiegskampf bereits zum Ende der Hinrunde auf ein Minimum gesunken.

Dasessen_1 Fazit lag unmittelbar nach Spielende auf der Hand: die Dragons schaffen es bislang einfach nicht vier konstante Viertel abzuliefern. Konnten sie im ersten Spielabschnitt noch bis zur 6. Minute – dank Sterling Carter und Sascha Tratnjek – ausgeglichen gestalten (13:11), ging es in Folgezeit zügig bergab. Essen legte eine erste 9:0-Serie hin und legte sieben Punkte vor (13:20). Carter verkürzte nochmals per Dreier auf 16:20, näher herankommen sollten die Hausherren jedoch nicht, ganz im Gegenteil. Ab der 14. Minute wirbelten die Gäste die Dragons gehörig durcheinander. Immer wieder ließ Essen durch schnelles Cutten Rhöndorfs Defensive ziemlich alt aussehen, kam zu freien Würfen und versenkte diese hochprozentig. Das Resultat war ein 17:0-Lauf innerhalb von knapp zwei Minuten, womit die Messe frühzeitig gelesen war. Tim Schönborn dämpfte mit zehn Punkten das Desaster noch ein wenig ab, an dem klaren 20-Punkte-Rückstand (35:55) zur Halbzeit aus Rhöndorfer Sicht änderte es jedoch nichts.

Im dritten Viertel hatten sich die Dragons dann wieder gefangen. Die beiden neuen US-Amerikaner in Rhöndorfs Reihen machten ordentlich Dampf. Justin Smith streute achte Punkte ein, Jordan Hamilton versenkte einen Dreier und die Dragons waren nach sechs Minuten wieder bis auf zwölf Punkte dran. Doch Essen konterte souverän. Zudem kassierte Robin Lodders frühzeitig sein fünftes persönliches Foul und musste den Rest des Spiels, wie auch Florian Wendeler (ab der 33. Minute) von der Bank aus beobachten. Auch ohne seine lange Garde starteten die Dragons nochmals eine Offensive und konnten in der 34. Minute durch einen Dreier von Kapitän Victor Frankl-Maus auf zehn Punkte verkürzen (62:72). Es sollte aber nur ein Strohfeuer bleiben. Brian Wenzel erstickte die Hoffnungen der Rheinländer mit zwei Korberfolgen im Keim. Den Rest der Begegnung kontrollierte das Ruhrpott-Team klar und brachte den Vorsprung ohne größere Probleme über die Zeit (71:89).

Insgesamt betrachtet lieferte Essen am Samstagabend eine reife Leistung am Menzenberg ab, getoppt durch einen herausragenden Tre Bowman. Sascha Tratnjek und Tim Schönborn mühten sich zwar nach Leibeskräften seinen Wirkungskreis einzuengen, am Ende standen trotzdem 29 Punkte (bei 56 % Trefferquote aus dem Feld!) für den US-Guard zu Buche. Dagegen hatte Sterling Carter in der Offensive einen eher gebrauchten Tag, trotz drei sehenswerter Blocks. Insgesamt legte er nur 16 Punkte auf und leistete sich zehn Fahrkarten jenseits der Dreierlinie. Zudem zog Rhöndorf im Rebound einmal mehr deutlich den Kürzeren (31/49). So werden Siege in der ProA schwierig zu landen sein …

Igor Krizanovic (Headcoach Essen): Wir wollten mit einer klaren Führung in die Pause gehen, was uns heute gelungen ist. Uns war aber klar, das Rhöndorf sich nicht einfach in sein Schicksal ergeben wird. So gab es in der zweiten Halbzeit zwei brenzlige Momente, wo Rhöndorf bis auf zehn Punkte rankam. Doch die Situationen haben wir spielerisch gut gelöst. Nach dem letzten Wochenende, wo wir die schlechteste Saisonleistung abgeliefert haben, war es ein wichtiger Schritt raus aus der Abstiegszone. Tre Bowman ist als Scorer natürlich ein wichtiger Faktor für uns. Wenn dann noch weitere Spieler hinzu kommen, die annähernd zweistellig Punkten, können wir fast jede Mannschaft in der Liga schlagen.

Boris Kaminski (Headcoach Rhöndorf): Gratulation an Essen, die heute verdient gewonnen haben. Das Spiel haben wir im zweiten Viertel abgegeben. In dieser Phase hat die zweite Hilfe bei uns überhaupt nicht funktioniert, so kam Essen zu vielen offenen Würfen, die sie konsequent genutzt haben. Wenn man dann erst mit 20 Punkten hinten liegt, wird es natürlich verdammt schwer zurück zu kommen. Mit 18 Rebounds weniger kann man sicherlich auch keine Begegnungen gewinnen. Ein Problem, was uns schon die gesamte Saison begleitet. Außerdem haben wir häufig nicht sonderlich clever gefoult und Essen so zu viele Freiwürfe gegeben. Doch aufgegeben tun wir nicht, am 23. nehmen wir in Köln den nächsten Anlauf.

Rhöndorf: Carter (13 Pkt./2-3er), Smith (16), Hamilton (10/1), Winterhalter, Tratnjek (4), Frankl-Maus (11/1), Schönborn (13/1), Lodders (2), Wendeler (2) Milovic (DNP)

Essen: Bowman (29Pkt./5-3er), Albrecht (8/2), Hackenesch (9), Loyd (6), Buljevic (9/1), Johnson (6/1), Wenzel (14), Gebhardt (2), Brown (1), Buntic (5/1)

Rhöndorf/Essen: FG 42%/47%, 2er 50%(23/46)/51%(20/39), 3er 25%(5/20)40%(10/25), FT 63%(10/16)/59%(19/32), R 31/49, AS 17/20, ST 9/6, TO 15/20, BS 6/2, PF 29/22