Dragons wachsen über sich hinaus!

BSW Sixers vs. Dragons Rhöndorf 74:75 (20:15, 21:22, 18:20, 15:18)

Von einer Sensation zu sprechen wäre wohl ein wenig übertrieben. Eine faustdicke Überraschung ist Rhöndorfs 75:74-Sieg (37:41) bei Sandersdorf aber schon. Denn die Dragons mussten gleich auf fünf Stammspieler verzichten, während bei den Sixers drei wichtige Akteure fehlten. Bis zur letzten Sekunde stand die Begegnung auf des Messers Schneide. Als die Hausherren die letzte Korbchance vergaben, brach bei den Rheinländern kollektiver Jubel aus. Der vierte Erfolg in Serie macht jetzt den Kampf um die Playoffs, am letzten Spieltag (Sa., 28.03., 18:30 Uhr) im DragonDome, wieder richtig spannend!

Schwerer hätte die Hypothek für Rhöndorf vor dem Gastspiel bei Sandersdorf kaum sein können. Neben Juhwan Harris-Dyson und David Böning musste nämlich auch Dusan Ilic verletzungsbedingt passen. Zudem waren Benjamin Sadikovic sowie Kenan Reinhart, aufgrund des personellen Engpasses beim Kooperationspartner Telekom Baskets Bonn, auf dem Weg zum schweren Auswärtsspiel nach Ulm. Aber auch die BSW Sixers hatten mit Jarne Jürgens, Felix Zacharias und Finn Erxleben drei Ausfälle zu beklagen. 

Entsprechend unrund starteten beide Teams in die Begegnung, nach zwei Minuten stand es gerade mal 2:2. Dann zogen die Hausherren in der Defensive die Schrauben an und gingen physischer zur Sache, was Duje Djumovic schmerzhaft zu spüren bekam. Jedenfalls musste der 23-jährige Power Forward mit einer klaffenden Platzwunde an der Stirn zunächst behandelt und nach dem Spiel mit drei Stichen genäht werden. In der Folge bildeten drei Dreier die Basis zu einer 12:2-Serie, mit der sich Sandersdorf auf 20:12 absetzte. Es war eine Phase, in der sich die Dragons mit der Beschattung von Robert Holmes extrem schwertaten. Entsprechend gingen die Hausherren mit einer 20:15-Führung in das zweite Viertel.

Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts nahmen die Dragons den Kampf voll an. In der Folge gings munter zur Sache. Rhöndorf machte bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Spiel extrem schnell. Oft reichte ein langer Pass, um das Transition Game der Sixers auszuhebeln. In der 13. Minute glichen die Gäste durch einen Dreier von Tom Viehöfer aus (22:22) und drei Minuten später sorgte Lagui Diallo für die 31:29-Führung. Ein paar Flüchtigkeitsfehler der Dragons nutzten die Sixers dann zur knappen vier Punkte Pausen-Führung. Erwähnenswert, es war mit 41:37 exakt das gleiche Halbzeit-Ergebnis wie im Hinspiel, allerdings mit vertauschten Rollen.

Nach dem Seitenwechsel folgten 20 Minuten dramatischer Basketball und bedingungsloser Kampf um die Playoffs. Beide Teams beharkten sich mit offenem Visier und die Führung wechselte praktisch mit jedem Angriff. Bei Rhöndorf übernahm Jorge Mejias immer mehr die Verantwortung und setzte offensiv die Akzente. Am Ende avancierte der spanische Playmaker mit 27 Punkten und sieben Assists zum Topscorer der Begegnung. Auf der Gegenseite wurde Sandersdorf in seinen Aktionen immer unsicherer, was die Dragons in der Crunchtime zum entscheidenden Punch nutzte.

Lagui Diallo wurde wunderbar von Jorge Mejias freigespielt und schloss eiskalt an der Dreierlinie ab (39“/75:72). Robert Holmes antwortete 24 Sekunden vor Schluss an der Freiwurflinie (75:74). Dann leistete sich Jorge Mejias einen seiner ganz wenigen Fehler im Aufbauspiel und dribbelte den Ball 19 Sekunden vor Schluss ins Aus. Jetzt hatte Sandersdorf unverhofft den Sieg wieder in der Hand. Die Dragons mobilisierten die letzten Kräfte in der Defensive, was die Sixers drei Sekunden vor dem Ende zu einem schwierigen Dreier von Silver Bieling zwang, der sein Ziel knapp verfehlte. Emanuel Ozike angelte sich zwar den Rebound, konnte den Ball jedoch nicht im Rhöndorfer Korb unterbringen.

Unter dem Strich muss man der Rhöndorfer Rumpf-Truppe, ohne drei ihrer Starting-Five, großen Respekt zollen. Duje Dujmovic (15 Pkt./7 Reb.) lieferte trotz Platzwunde unter den Brettern eine starke Vorstellung ab. Carlo Schmid war mit seinen zehn Rebounds ein wichtiger Faktor dafür, dass Rhöndorf das Rebound-Duell für sich entschied (43:38). Die größte Überraschung war allerdings Vuk Scepanovic, der mit 14 Punkten und drei Dreiern seine mit Abstand beste Saison-Leistung bot!

Damit bleibt das Erreichen der Playoffs für die Dragons weiterhin möglich. Am kommenden Samstag kommt es im DragonDome (28.03., 18:30 Uhr) zum großen Showdown! Zuvor müssen die U19-Spieler am Montag zum „Do-or-Die-Spiel“ in den NBBL-Playoffs ran. Sie hoffen auf Unterstützung möglichst vieler Fans. Wer also morgen um 19:00 Uhr noch nichts vorhat, ab zum ABZ (am TelekomDome/Bonn)!

Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): „Wir wussten heute, dass es nur eine Chance gibt diesen Sieg zu holen: Wir müssen kämpfen, von der ersten Sekunde an. Und das haben wir getan. Alle Jungs, die heute dabei waren, sind über sich hinausgewachsen und wir haben bewiesen, das wir brennen. Diese Mannschaft hat sich gefunden und wir Coaches sind heute einfach stolz auf das, was wir in dieser schweren Ausgangslage gezeigt haben. Jetzt heißt es für unsere U19-Jungs morgen in den NBBL-Playoffs zu gewinnen, am Dienstag durchzuatmen und ab Mittwoch liegt dann der volle Fokus auf dem Rostock-Spiel, indem wir unsere hart erarbeitete Chance auf die Playoffs wahren wollen.“

Dragons Rhöndorf: Schmid (2 Pkt./10 Reb.), Dujmovic (15/1-3er/7 Reb.), Völkers, Viehöfer (3/1), Scepanovic (14/3), Diallo (8/2/7), Franzen, Mejias (25/2/7 As.), Pettenó (5/1), Idbihi 

BSW Sixers: Ludwig (7 Pkt.), Nwokedi, Bieling (12/2-3er), Amin (4), Okwuokei (12/2/7 Reb.), Holmes (24/2/6), Ozike (10/13 Reb.), Schwabe (3/1), Raabe (2)

Dragons Rhöndorf / BSW Sixers: 2er 17/31 (55%) / 19/47 (40%), 3er 10/29 (34%) / 7/25 (28%), FG 27/60 (45%) / 26/72 (36%), FT 11/17 (65%) / 15/20 (75%), REB 43 / 38, ST 3 / 4, TO 14 / 4, BS 3 / 3, PF 17 / 15

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Nun wollen die Dragons die Playoffs attackieren!