„Dresden zu unterschätzen wäre ein großer Fehler!“
Samstag, 25.10., 16:00 Uhr: Dresden Titans vs. Dragons Rhöndorf
Wer wird am Sonntag (25.10., 16:00 Uhr) beim Duell der Tabellennachbarn die Oberhand behalten? Eine spannende Frage, wenn in der Cyberport Arena die Dresden Titans auf die Dragons Rhöndorf treffen. Zumal die Sachsen einen ähnlichen Spielstil wie die Rheinländer pflegen. Welche Faktoren werden folglich den Ausschlag geben?
Wenn man Dresden und Rhöndorf vergleicht ist der Ausgang der Begegnung weitestgehend offen. Die Starting Five der Sachsen braucht jedenfalls keinen Vergleich zu scheuen, was am letzten Spieltag gegen das starke Oberhaching zu sehen war. Auch wenn das Team um Coach Valentino Lott mit 102:92 verlor, offensiv boten die Titans eine eindrucksvolle Vorstellung.
Angeführt vom Nigerianer Wisdom Uboh, der beide Guard Positionen gleichermaßen gut bespielt und ein sehr konstanter Scorer ist (ø 17 Pkt.). Georg Kuppke ist trotz seiner 24 Jahre ein sehr erfahrener Denker und Lenker im Dresdner Aufbau sowie exzellenter Passer. Moritz Heck streut jederzeit 15 Punkte pro Spiel ein und ist als Power Forward extrem gefährlich aus der Distanz (29,6 % 3er). Titans Urgestein Sebastian Heck ist eine bekannte Größe in der ProB sowie ProA, kann ein Spiel perfekt lesen und trifft stets gute Entscheidungen, was der 31-Jährige in der letzten Saison mit durchschnittlich 6,3 Assists bestätigte. Nicht zuletzt haben die Ostdeutschen in den USA einen athletischen Importspieler gefunden. Der 2,08 Meter große Alexander Leiba ist ein guter Pick-and-Roll-Spieler und schließt am Brett hochprozentig ab.
Rhöndorfs Kader kann ohne Zweifel jeden der genannten Spieler matchen. Insgesamt ist die Bank der Rheinländer wohl noch ein Tacken tiefer besetzt. Gerade auf den großen Positionen, was die Rebound-Statistik klar belegt (Rhöndorf 244/Dresden 177). Zweite Korbchancen könnten also einen Unterschied ausmachen. Die Wurfstatistiken hingegen sprechen aktuell für Dresden. Wobei zu berücksichtigen ist, dass Rhöndorfs Scharfschützen in den vergangenen drei Begegnungen kapitale Ladehemmungen hatten. Der Knoten kann aber jederzeit wieder platzen. Die Quoten sind also noch nicht so richtig aussagekräftig.
Als Gradmesser für die Leistungsfähigkeit der Dragons sollte das Heimspiel gegen Fellbach nicht unbedingt herangezogen werden. Was Moral und Kampfgeist angeht aber auf jeden Fall. Man wollte unbedingt beweisen, dass die Niederlage in Frankfurt ein Ausrutscher war. Um endgültig zurück in die Erfolgsspur zu finden, wäre eine erfolgreiche Reise ins weltberühmte Elbflorenz allerdings eine wichtige Voraussetzung.
Dresden wie Rhöndorf haben 3:2 Punkte auf dem Konto und sind unmittelbare Tabellennachbarn. Erwartet uns deiner Meinung am Wochenende auch ein Spiel auf Augenhöhe?
Max Becker (Headcoach Dragons Rhöndorf): Das ist zu erwarten, ja. Dresdens Niederlagen waren knapp und sie sind bis jetzt das einzige Team, das Langen schlagen konnte. Sie zu unterschätzen wäre ein großer Fehler.Auch die Titans bevorzugen ein schnelles Spiel mit vielen Abschlüssen. Ihre Trefferquoten sind aktuell etwas besser als die der Dragons. Beeinflusst das unsere taktische Ausrichtung?
So früh in der Saison sind Trefferquoten noch zu ungenau um klare Schlüsse ableiten zu können. Trotzdem machen wir natürlich unsere Hausaufgaben und versuchen Dresdens Stärken zu bremsen und ihre Schwachstellen zu attackieren.
Was den Rebound betrifft, speziell in der Offensive, spricht die bisherige Statistik deutlich für uns. Überhaupt wird die lange Garde der Dragons von Spiel zu Spiel besser, was dir gut gefallen dürfte.
Das muss auch unser Anspruch sein, wir haben viel Qualität und Tiefe auf den großen Positionen. Der offensive Rebound ist bei uns aber eine Teamaufgabe und ich glaube das wir da sogar noch besser werden können.
Dresden hat mit Moritz Heck sowie Alexander Leiba interessante Innenspieler im Kader, auf den Guard-Positionen kommen Wisdom Uboh, Luca Kellig und Georg Kupke hinzu. Ergibt eine Line-up, die schwer auszurechnen ist?
Viele Spieler sind schon länger in der Liga, daher haben wir eine ungefähre Idee wie sie spielen. Dennoch sind sie für uns, wie fast jedes Team im Süden, da wir letzte Saison im Norden gespielt haben, eine Unbekannte, auf die wir uns erst einstellen müssen. Sie sich natürlich auch auf uns.
Du sprachst nach dem letzten Spiel davon, dass die lange Anfahrt für Fellbach und die damit verbundene Müdigkeit im letzten Viertel, ein Faktor für unseren Sieg war. Nun haben wir die lange Anfahrt nach Dresden …
Das müssen wir, Dresden ist die längste Auswärtsfahrt der Saison. Wir haben aber das Privileg, dass wir schon am Samstag anreisen dürfen, um so am Sonntag zumindest genug Schlaf getankt zu haben und ausgeruht in das Spiel zu gehen. Dafür sind wir sehr dankbar, das ist auf ProB-Level nicht selbstverständlich.
Am kommenden Wochenende gilt es nicht nur die Konzentration über 40 Minuten hochzuhalten, sondern auch die Wurfquote aus der Distanz wieder anzuheben. Kann man daran im Training arbeiten?
Die Jungs arbeiten ständig an ihrem Wurf, vor dem Training, nach dem Training und natürlich auch im Training. Wir haben viele exzellente Werfer und die werden auch wieder besser treffen. Ganz wichtig ist aber, dass wir ein Spiel gewinnen können, auch wenn der Dreier nicht fällt – was wir am Samstag bewiesen haben.
Tip-Off zur Partie gegen Dresden ist am kommenden Sonntag um 16:00 Uhr in der Cyberport Arena (Bodenbacher Straße 154, 01277 Dresden). Ab 15:45 Uhr startet der Livestream zur Partie auf Sporteurope.TV. Ein Liveticker wird über die Homepage der BARMER 2.Basketball Bundesliga angeboten.

